17
Mai
2005

Mehrheit für den Sendemast

17.05.2005

Mitglieder des VfB Helmbrechts stimmen nach hitziger Diskussion mit 66 zu 34 für Verpachtung

Mehrheit für den Sendemast

Die Mitglieder des VfB Helmbrechts haben den Weg freigemacht für die Errichtung eines Sendemastens auf dem Vereinsgelände. Am Freitagabend sprachen sich 66 von 102 Stimmberechtigten für die Verpachtung eines Grundstücks an den Mobilfunk-Anbieter Vodafone aus. Nur rund jedes sechste Mitglied war zu der außerordentlichen Versammlung erschienen.

HELMBRECHTS – Die Abstimmung war auf Wunsch zahlreicher Teilnehmer schriftlich und damit geheim durchgeführt worden. Mit 34 Gegenstimmen gab es fast genau eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Verpachtung, von der sich die Vorstandschaft eine neue Einnahmequelle erhofft, um die laufenden Kosten des Vereins zu decken und den Schuldenberg abzubauen.

Zu Beginn hatte ein von Bürgermeister Mutterer eingeladener Mitarbeiter des Landesamtes für Umweltschutz eine Stunde lang zum Thema Mobilfunkanlagen und mögliche gesundheitliche Gefährdungen referiert. Diplom-Ingenieur Gampel wies unter anderem daraufhin, dass bei über 4000 Messungen in der Nähe von Mobilfunkanlagen bundesweit erheblich niedrigere Werte gemessen worden seien, als es die Vorgaben zulassen.

Omega siehe dazu „Strahlenmessungen“ unter: //omega.twoday.net/stories/326599/

Er erläuterte, dass sich mit der Aufstellung eines Mastens außerhalb einer Stadt die Leistung am Ohr erhöhe. Die eigentliche Strahlungsbelastung gehe also vom Handy und nicht vom Mast aus. Seine Schlussfolgerung: „Wer gegen Mobilfunkmasten ist, sollte sein Handy wegwerfen.“

Omega berücksichtigt werden muss aber auch, dass eine Basisstation rund um die Uhr strahlt und sich die Anwohner dieser Strahlungsbelastung nicht freiwillig aussetzen. Die Dauerbelastung über Monate und Jahre ist dabei nicht besser als die Kurzzeitbelastung durch Handys mit hoher Strahlenbelastung. Das Handy kann man ausschalten, wegwerfen, nicht benutzen. Die Basisstation steht strahlend vor der Haustür. Siehe weiter unter: //omega.twoday.net/stories/616226/

Zudem wies Gampel auf die Schwächen der Nailaer Studie hin, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) festgestellt hatte. Die Behörde hatte kritisiert, dass die Studie wesentliche wissenschaftliche Kriterien nicht erfülle. Gleichzeitig heißt es im Fazit des Bundesamtes aber: „Trotz Schwächen der Nailaer Mobilfunkstudie wird der Einzelbefund eines möglicherweise dreifach erhöhten Krebsrisikos vom BfS ernst genommen.“

Omega Dr. Cornelia Waldmann-Selsam berichtete von nachgewiesenermaßen erhöhten Fallzahlen von Tumorerkrankungen in unmittelbarer Nähe zu Sendemasten (Studie Naila), doch keiner gehe hin und überprüfe, warum das der Fall sei: "Der Grund liegt auf der Hand: Man will schlichtweg nichts finden", betonte die Referentin.

Gleiche Beobachtungen habe man in Hof gemacht: Hier stehe seit zehn Jahren ein Mast direkt im Wohngebiet, im Umkreis von 100 Metern sei es zu 40 Karzinom-Erkrankungen gekommen: "Diese Zahlen sind Wahnsinn - doch es passiert nichts, keiner kümmert sich." Dass elektromagnetische Felder und Hochfrequenzen keine Gesundheitsgefahren darstellen, sei eine irreführende Behauptung: "An keinem einzigen Standort Deutschlands wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz oder anderen Wissenschaftlern eine Erhebung über Kopfschmerzen oder Schlafstörungen gemacht. Außerdem sind nicht die Physiker und Radiologen Experten für die menschliche Gesundheit, sondern wir Ärzte", mahnte sie.
//www.buergerwelle.at/body_newsletter_140505.html


„Wer gegen Funkmasten ist, sollte sein Handy wegwerfen“
Ein Vertreter des Landesamtes für Umweltschutz

Omega und was macht der, der kein Handy hat und gegen Funkmasten ist?

Auch im Hinblick auf andere Risiken, die durch den Mobilfunk entstehen, führt das BfS derzeit ein umfangreiches, 50 Millionen Euro schweres Forschungsprogramm durch.

Lautstark und hitzig geführt wurde die anschließende Diskussion, in der Gegner wie Befürworter zu Wort kamen. Uwe Friedrich, Konrektor der benachbarten Realschule übergab Vorsitzendem Manfred Gareiß eine Unterschriftenliste von Eltern, die sich gegen den Funkmasten richtete. Zudem wies Friedrich auf eine Reihe von Untersuchungen und Studien hin, die von einer gesundheitlichen Gefährdung durch Mobilfunkanlagen ausgehen würden.

Auf die Frage nach der Haftung erklärte Gareiß, für Errichtung und Betrieb des Mastes sei ausschließlich Vodafone zuständig. Die Höhe des Mastes gab er mit 28 bis 30 Metern, die Vertragsdauer mit zehn Jahren an, „wobei noch nichts unterschrieben ist“. In Hinblick auf die Schule fragte Friedrich, der mehrfach unterbrochen und nach Angaben mehrerer Mitglieder zum Teil übelst beschimpft wurde, wer die Verantwortung für mögliche Schäden übernehme. Dritter Vorsitzender Kurt Hoyer warf dazu ein, seine Nachforschungen hätten ergeben, dass an Schulen zwar die Handys ausgeschaltet sein sollten, was aber keiner der Lehrer überprüfe. Dass laut Hoyer deshalb alle Schüler ihre Handys eingeschaltet ließen, wies Friedrich zurück.

„Einige Kritiker wurden mundtot gemacht“

Gründungsmitglied Mai über das plötzliche Diskussionsende

Befürworter der Anlage wollten wissen, warum die Gegner nicht protestiert hätten, als auf dem Kirchberg und bei Knopf‘s Sohn Masten errichtet wurden. Auch habe es gegen Anlagen am Krankenhaus Münchberg und auf dem Dach einer Schule in Rehau keine vernehmbaren Proteste gegeben.

Nach mehr als zwei Stunden erklärte der Vorsitzende die Diskussion trotz bestehender Wortmeldungen für beendet. Ein Vorgang, den Gründungsmitglied Karl-Heinz Mai gestern gegenüber unserer Zeitung so kommentierte: „Ein unwürdiges Schauspiel. Einige Kritiker wurden mundtot gemacht.“ Laut Mai, der zu den Gegnern des Sendemastes gehört, sei das Verhalten des Vereins für viele Helmbrechtser nicht mehr nachvollziehbar. Er wirft der Vorstandschaft „fachliche Inkompetenz“ vor. Wichtige Informationen über die Sendeleistung des Mastes oder über mögliche Regressansprüche lägen ebenso wenig vor wie Antworten auf die Frage, ob der Verein die Gemeinnützigkeit verlieren könne: „Schon einmal hat der Verein versucht, Finanzamt und Krankenkassen auszutricksen versucht. Die Folgen ja sind bekannt.“

Bürgermeister Manfred Mutterer will sich nun mit Hilfe eines staatlichen Förderprogramms im Stadtrat dafür stark machen, dass Experten am Vereinsgelände Messungen durchführen, „um so zu erfahren, wie intensiv die Belastung wäre und dann anhand von Fakten die Emotionen aus der Diskussion zu nehmen“. Die Kritik von Seiten der Realschulleitung („ein sensibler Bereich“) und zahlreicher Anwohner nannte er gestern „verständlich und nachvollziehbar“.

So bald der Bauantrag von Vodafone vorliegt, beginnt ein Genehmigungsverfahren, in dem die Stadt Stellung nehmen kann. Laut Mutterer wird es dazu eine Beratung im Bauausschuss geben. Entscheidungsträger sei das Landratsamt. awu


Wir mussten draußen bleiben

VON ALEXANDER WUNNER

„Schreien gegen Argumente, Geifer gegen Intelligenz, Hetze gegen Sympathie – armer VfB“. So drastisch hat im Internetforum des Vereins gestern einer unter dem Namen „Helmetzer“ das zusammengefasst, was am Freitagabend passiert ist. Ob er Recht hat ?

Wir, liebe Leser, können das nur unzureichend beurteilen. Gerne hätten wir wie gewohnt aus erster Hand berichtet, Informationen geliefert, Argumente präzise gegenübergestellt und den Verlauf des Abends detailliert wiedergegeben. Genau das hat uns die Vorstandschaft des Vereins verwehrt. Auf Initiative des dritten Vorsitzenden Kurt Hoyer, der bereits nach der Hauptversammlung Mitte April unseren Berichterstatter beeinflussen wollte, machte der neue Vorsitzende Manfred Gareiß von seinem Hausrecht Gebrauch und teilte uns mit, dass die Heimatzeitung – und damit mittelbar die Öffentlichkeit – nicht erwünscht sei. Bürgermeister Mutterer und andere, die dem Verein seit Jahrzehnten nahe stehen, haben dieses Verhalten gestern verurteilt.

Die neue Vorstandschaft – das zeigte auch der Freitagabend – tut sich schwer, wenn es um Werte wie Transparenz und Meinungsfreiheit geht. Der Imageschaden, den sich die Macher des VfB jenseits der zweifellos diskutablen Frage, ob der Mast gesundheitsschädlich sei oder nicht, zuzuschreiben haben, ist enorm. Insider munkeln von abgesprungenen Sponsoren oder von 20 (zum Teil namhaften) ausgetretenen Mitgliedern. Der nach der Insolvenz in mühsamer Kleinarbeit erarbeitete gute Ruf des Vereins ist massiv in Gefahr.

Aber damit umzugehen, da hat eben jeder seine Art. Die einen rennen gegen Windmühlen, die anderen sitzen die Sache aus, vertrauen auf ihren Erfolg – und auf die Macht des Vergessens. Die aber haben schon andere überschätzt.

//www.frankenpost.de/nachrichten/regional/resyart.phtm?id=796235


18.05.2005

INTERVIEW

„Wir sind sauer !“

HELMBRECHTS – Die Würfel sind gefallen. Wie berichtet, haben sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfB 98 Helmbrechts zwei Drittel der Anwesenden für einen Mobilfunk-Sendemast auf dem Vereinsgelände ausgesprochen. Einer, der stets ein gut nachbarschaftliches Verhältnis zum VfB 98 gesucht hat, aber jetzt von den Verantwortlichen des Vereins enttäuscht ist, ist der Direktor der Realschule Otto Günther.

Wie geht es Ihnen ?

Otto Günther: Leider Gottes habe ich das Ergebnis der Mitgliederversammlung mitbekommen. Meine Einstellung hat sich nicht geändert: So lange weder die Gefährlichkeit noch die Ungefährlichkeit der Strahlung bewiesen ist, bin ich strikt gegen den Mast. Ich bin bitter enttäuscht.

Über den Mast ist aber abgestimmt worden . . .

Otto Günther: Während die Befürworter eine Stunde lang einen Mann vom Landesamt für Umweltschutz referieren ließen, sind die Argumente der Gegner, die sich gut vorbereitet hatten, auf einen Satz zusammengestutzt worden. Dies ist mir berichtet worden und dies zeugt nicht von einem ausgeprägten Demokratieverständnis.

Was bedeutet das Ergebnis für Sie als Schulleiter ?

Otto Günther: Wenn an einem Elternsprechtag 90 bis 95 Prozent der Eltern sich unaufgefordert in eine Liste gegen die Errichtung des Mastes eintragen, wie neulich geschehen, ist das für uns als Schule natürlich ein Hammer. Umso erschütterter bin ich, seit ich weiß, dass der Mast nicht, wie ich ursprünglich dachte, zehn, sondern 28 Meter hoch sein soll.

Halten Sie das Thema nach dem klaren Abstimmungsergebnis nun für „gegessen“ ?

Otto Günther: Die Sachlage stellt sich jedenfalls so dar, dass der Mast beschlossen und damit legitimiert ist. Deshalb sehe ich keine Möglichkeit mehr, auf den VfB einzuwirken. Allerdings behalte ich mir persönlich und von Seiten der Schule weitere Schritte vor.

Die da wären ?

Otto Günther: Heute werde ich mich mit meinen beiden Stellvertretern Wilhelm Stiller und Uwe Friedrich treffen und darüber beraten. Ich persönlich überlege mir künftig zwei Mal, ob ich dem Verein nach wie vor jedes Jahr 50 Euro für die Jugendarbeit spenden soll. Und Uwe Friedrich, der die Leichtathletikjugend des VfB trainiert, grübelt auch über seine Tätigkeit nach. Ach, ganz einfach: Wir sind sauer. M. BÄUMLER

//www.frankenpost.de/nachrichten/regional/frankenwald/resyart.phtm?id=796753


Nachrichten von der BI Bad Dürkheim


Omega weitere Berichte zum Thema VfB Helmbrechts und Sendemast sind unter //tinyurl.com/dud79 und //omega.twoday.net/search?q=HELMBRECHTS zu finden.
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