8
Apr
2005

Mobilfunksender strahlen permanent

Warnt vor biologischen Langzeiteffekten durch Handy-Strahlung: Medizinphysiker Dr. Lebrecht von Klitzing. Foto Rohde

Schinkel – Man kann sie weder sehen noch spüren. Dennoch haben Mobilfunkstrahlen Auswirkungen auf den Menschen. Zu den Gefahren der "biologischen Effekte" nahm Mittwochabend der Lübecker Medizinphysiker Dr. Lebrecht von Klitzing in der "Schinkler Möhl" Stellung. Hintergrund: Auf dem Dach des Gebäudes möchte der Mobilfunkanbieter O{-2} eine Antenne installieren. Während die Betreiber immer wieder auf die eingehaltenen Grenzwerte für die hochfrequente Strahlung verweisen, stellte Klitzing gerade deren Höhe in Frage. "Die Grenzwerte sind an einem Phantom im Labor entwickelt worden", beklagte der Wissenschaftler. Doch technische Systeme seien nicht auf das Biosystem Mensch übertragbar. "Daran krankt das Ganze."

Bei Mobilfunkstrahlen handelt es sich um gepulste Wellen, die mit einem schnellen Takt von 217 Pulsen pro Sekunde auch auf den Körper einwirken. Ähnlich funktioniert das schnurlose Telefon des DECT-Standards, das rund um die Uhr Strahlung abgibt. Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen können bei empfindlichen Menschen die Folge sein. "Vor allem Kinder reagieren sehr sensibel", warnte Klitzing.

Während Schnurlos-Telefonierer noch auf den harmloseren CT1plus-Standard (sendet ungepulst und nur beim Telefonieren) ausweichen können, bestrahlen Mobilfunksender permanent ihre nähere Umgebung, um die Kommunikation via Handy zu ermöglichen. Die Grenzwerte, so der Referent, richten sich nach dem Mittelwert. Die Spitzen der einzelnen Pulse liegen jedoch um ein Vielfaches höher. Beispiel: eine Glühlampe gibt gleichmäßig 20 Watt ab, eine Stroboskop-Lampe von 20 Watt erreicht jedoch eine Pulsleistung von 20000 Watt und kann bei Veranlagung epileptische Anfälle auslösen.

Während der Grenzwert etwa im D-Netz auf 4600 Milliwatt pro Quadratmeter fixiert wurde, können im Labor schon bei nur einem Milliwatt Veränderungen der Gehirnströme gemessen werden, klinische Erfahrungswerte für Langzeiteinwirkungen bewegen sich noch deutlich darunter. Mit dem Handy am Kopf, gab der Wissenschaftler zu bedenken, komme man bei schlechtem Verbindungsaufbau schon ins Limit hinein.

Die Grenzwerte gelten zudem nur für sechs Minuten Strahlung. "Eine Vorsorge für Langzeiteinwirkungen unterhalb dieser Werte ist nicht berücksichtigt", kritisierte der Medizinphysiker. Doch gerade das ist das Problem bei den dauerhaft strahlenden Mobilfunksendern. Laut Klitzing erhöhen Langzeiteffekte von über fünf Jahren das Risiko für Hirntumore, Leukämie und Krebs – in Abhängigkeit von Entfernung und Stärke des Senders. Auch Einflüsse auf das genetische Material und die Blut-Hirn-Schranke durch elektromagnetische Wellen sind bekannt.

Die Kommunen, schloss Klitzing, sollten Wohngebiete nach Möglichkeit von Mobilfunkanlagen frei halten. Und er forderte eine systematische Forschung von unabhängigen Institutionen zu den biologischen Auswirkungen der Strahlung. Die Gemeinde Schinkel will jetzt vor einer Entscheidung zunächst ein Meinungsbild der Einwohner abfragen. "Kurzfristig wird nichts passieren. Den Tagesordnungspunkt Mietvertrag mit O{-2} haben wir erst einmal abgesetzt", erklärte Bürgermeister Hans-Georg Güttler.

Der Bau- und Umweltausschuss-Vorsitzende Meinolf Asshoff, der gemeinsam mit der "Ökologischen Interessengemeinschaft Schinkel" zum Info-Abend eingeladen hatte, hinterfragte, ob für die Mieteinnahmen das Risiko einer Strahlungsquelle auf der Mühle lohne. "Es gibt in Schinkel genügend Möglichkeiten, außerhalb von Wohngebieten einen Sender aufzustellen", sagte er.

Von Christoph Rohde


Dazu unser Kommentar:

Wie viel verträgt der Mensch?

Handys sind zum alltäglichen Kommunikationsmittel geworden. Über die Strahlung machen sich die wenigsten Nutzer noch Gedanken. Umso wichtiger ist der Vorsorge-Gedanke für eine Technologie, die sich ohne ausreichende Untersuchungen im raschen Tempo ausbreitet. Handys kann man ausschalten, Mobilfunksender nicht. Hier stehen Politik und Kommunen in einer besonderen Verantwortung. Liegt auch nur der Verdacht von Gefahren für die Gesundheit vor – und viele wissenschaftlichen Studien stützen dies – ist eine Minimierung der Strahlungsbelastung geboten. Denn neue Quellen stehen mit UMTS und der Computer-Funkverbindung Wireless Lan bereits ins Haus. Wie viel davon das biologische System Mensch verträgt, ist kaum erforscht. Nur eines scheint sicher: die bisherigen Grenzwerte sind ein schlechtes Instrument, das große Freiland-Experiment Mobilfunk in den sicheren Griff zu bekommen.

Christoph Rohde

nordClick/Kieler Nachrichten vom 08.04.2005 01:00

//www.kn-online.de/news/archiv/?id=1621199 (Auszug)


Nachricht von der BI Bad Dürkheim

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Gebetsmühlenartig wird überall betont, daß die Grenzwerte eingehalten werden. Zweifellos. Es gibt keine einzige Anlage in Europa, die die von den Mobilfunkbetreibern diktierten extrem hohen Grenzwerte überschreitet. Nur nützt das leider nichts. Bei der Schule Antonio Garcia Quintana in Valladolid wurden Strahlungswerte gemessen, die die geltenden Grenzwerte um das Tausendfache unterschreiten. Bisherige Bilanz um die Anlage herum: 18 Leukämiefälle bei Kindern.

Die Annahme, daß jeder ein Handy hat und keiner einen Mast will, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Ursache hierfür ist Informationsmangel. Kaum jemand weiß, daß ein Handy etwa 1000-10000 mal so stark strahlt, als wenn man sich der Exposition einer Basisstation aussetzt (falsche Assoziation: kleines Handy - kleine Strahlung - das Gegenteil ist der Fall).

Herr Stefan Ulrich von T-Mobil Nürnberg hat in einem Telefongespräch selbst zugegeben, daß bei einem Handy "die Grenzwerte gerade so eingehalten werden". Berücksichtigt werden muß aber auch, daß eine Basisstation rund um die Uhr strahlt und sich die Anwohner dieser Strahlungsbelastung nicht freiwillig aussetzen. Die Dauerbelastung über Monate und Jahre ist dabei nicht besser als die Kurzzeitbelastung durch Handys mit hoher Strahlenbelastung. Das Handy kann man ausschalten, wegwerfen, nicht benutzen. Die Basisstation steht strahlend vor der Haustür.

J.W.

//www.elektrosmognews.de/news/schwalbach.htm

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Omega auf die Frage, was schädlicher sei, ein Handy oder eine Antenne, antwortete der Mediziner Marco F. Paya, Mitglied der Akademie der Wissenschaften New York und Experte für elektromagnetische Felder: "Wenn die Antenne nicht weit von Ihrem Haus weg ist, zweifellos die Antenne. Aber wenn die Antenne weiter weg ist und das Handy mehr als 6 Minuten pro Tag benutzt wird, schädigt es langsam das Gehirn." Siehe weiter unter: //omega.twoday.net/stories/293807/.

Handys kann man ausschalten, Mobilfunksender nicht. Sender in der Nähe von Wohngebäuden sind äußerst bedenklich, die Belastung nimmt nämlich mit der Nähe zur Antenne im Quadrat zu, deshalb haben dann insgesamt gesehen die Menschen höhere Belastungen. Es ist auch ein Unterschied, ob ich das Handy freiwillig nutze und damit das damit verbundene Risiko bewusst eingehe oder ob ich zwangsweise als nicht Handy nutzender Anwohner einer Gefahr ausgesetzt bin, für die ich nicht verantwortlich bin und die ich nicht eingehen möchte (Beispiel Aktiv- und Passivrauchen, mit dem Unterschied, dass heute Passivraucher durch die Einrichtung von Schutzzonen vor den Gefahren des Tabakkonsums geschützt werden sollen, was beim Mobilfunk aber nicht der Fall ist).

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Zwangsbestrahlung durch Mobilfunk
//omega.twoday.net/stories/396938/

Grenzwerte und Mobilfunk
//omega.twoday.net/stories/242821/
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