25
Mai
2005

Ausgestrahlt: Gemeinsam gegen ein Comeback der Atomenergie

//www.ausgestrahlt.de/

Die Ankündigung von Neuwahlen zum Bundestag noch in diesem Jahr hat erste ökonomische Auswirkungen: Die Aktienkurse der beiden Atomkonzerne e.on und RWE haben einen massiven Sprung nach oben gemacht. An der Börse hofft man, dass es bei einem Regierungswechsel Laufzeitverlängerungen bei AKWs geben könnte.

Auch der grüne Umweltminister Jürgen Trittin hat bereits am Sonntagabend bei Christiansen in der ARD mit dem atompolitischen Wahlkampf angefangen und erklärt, man müsse rot-grün wählen, um den Ausstieg zu erreichen.

Nun erzählen uns die Grünen das vor jeder Wahl und hinterher stellen wir fest, dass die Reaktoren weiterlaufen und die Energiekonzerne Jahr für Jahr neue Produktionsrekorde für Atomstrom melden. In sieben Jahren rot-grün sind gerade einmal die beiden kleinsten AKWs vom Netz gegangen. Die 17 großen Meiler mit über 95 Prozent der Leistung laufen weiter.

Bleibt also für den Herbst in der Atompolitik nur die Wahl zwischen einem großen und einem riesengroßen Übel? Gibt es nur die Alternativen rot-grüner Status Quo oder schwarz-gelbe Renaissance der Atomkraft? Wir von der Anti-Atom-Kampagne X-tausendmal quer meinen: NEIN!

Weiterhin halten wir einen Atomausstieg, der diesen Namen wirklich verdient für den einzig verantwortbaren Weg. Aber damit diese politische Option überhaupt wieder als solche wahrgenommen wird, braucht es entsprechenden Druck und entsprechenden Einfluss der Anti-Atom-Bewegung auf die öffentliche Debatte.

Viele atomkritische Menschen haben sich in den letzten sieben Jahren entweder resigniert zurückgezogen oder hoffnungsfroh zurückgelehnt. Jetzt stehen letztere vor einem Scherbenhaufen und erstere haben gemerkt, dass Resignation auf Dauer auch nicht zufrieden macht. Aus beiden Gruppen überlegen viele, ob es nicht doch wieder an der Zeit ist, selbst aktiv zu werden und die Atompolitik nicht den Parteien und den Lobbyisten der Stromkonzerne zu überlassen

Aus diesen Gründen starten wir von X-tausendmal quer in den nächsten Tagen eine neue Anti-Atom-Kampagne mit dem Namen

.ausgestrahlt
Gemeinsam gegen ein Comeback der Atomenergie

Bisher hat sich X-tausendmal quer auf Blockadeaktionen bei Castor-Transporten konzentriert. Das werden wir sicherlich auch in Zukunft nicht bleiben lassen. In den nächsten Tagen werden beispielsweise viele Menschen zwischen Dresden und Ahaus auf der Straße sein. Aber wir denken, es ist an der Zeit, politisch und organisatorisch mehr zu machen, als nur Castor-Blockaden. Wir hoffen, damit auch diejenigen zu neuem Handeln zu motivieren, die sich nicht gerne auf Straßen oder Schienen setzen.

Erstes Ziel der Kampagne .ausgestrahlt ist es, möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Nötig ist dazu erstmal nicht mehr als eine Unterschrift unter folgende Erklärung:

"Ich bin davon überzeugt, dass der Betrieb von Atomanlagen ein schwerwiegendes Unrecht ist. Deshalb fordere ich ihre Stilllegung. Ich sehe mich in der Mitverantwortung dafür, den Ausstieg aus der Atomindustrie politisch durchzusetzen, und werde das mir Mögliche dazu beitragen."

Alle UnterzeichnerInnen dieser Erklärung werden dann regelmäßig über aktuelle atompolitische Entwicklungen informiert und es gibt einen Austausch an Handlungsmöglichkeiten, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Nach und nach wollen wir auf diesem Wege gemeinsam mit vielen anderen Initiativen und Organisationen eine neue Anti-Atom-Bewegung aufbauen. Es wird Zeit.

Unser Ziel ist es, nach der Bundestagswahl so stark zu sein, dass wir uns mit dem jeweiligen Wahlsieger anlegen können.

Kommt es zu einer schwarz-gelben Regierung müssen wir vielleicht in einem ersten Schritt gemeinsam mit den Grünen den ungeliebten Status Quo verteidigen, um dann aber aus diesem Abwehrkampf in eine neue Offensive für einen wirklichen Ausstieg zu kommen.

Bleibt es doch bei rot-grün, dann gilt es, genügend Druck zu entwickeln, um zu schnelleren AKW-Stilllegungen zu kommen als bisher vorgesehen.

Ein wichtiger Termin kann die Auftaktdemonstration gegen den nächsten Castor-Transport nach Gorleben im November sein. Sie wird direkt nach der Bundestagswahl stattfinden und kann zum Gradmesser für das Comeback der Anti-AKW-Bewegung werden. Deshalb denken wir, es ist klug, ab sofort zu dieser Demonstration bundesweit zu mobilisieren, um dort ein deutliches Zeichen gegen den Weiterbetrieb der Atomanlagen zu setzen. Haltet Euch die beiden ersten November-Samstage frei, bis der genaue Termin feststeht.

Bis dahin wollen wir gemeinsam mit Euch dafür sorgen, dass die Kampagne .ausgestrahlt wirklich Ausstrahlung gewinnt, um zum schnellen Aus für die strahlenden Kraftwerken zu kommen.

Mehr und Konkretes über .ausgestrahlt in Kürze.

Herzliche Grüße aus dem schönen Wendland

Jochen Stay
(für die Koordinationsgruppe von X-tausendmal quer)
//www.x1000malquer.de/

PS 1: Einen guten Überblick über die aktuelle atompolitische Situation gab es letzte Woche im TV-Magazin Monitor. Der Beitrag ist als real-Video und PDF unter der Adresse
//www.wdr.de/tv/monitor/beitragsuebersicht.phtml# zu finden.
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