18
Mai
2005

Elektrokranke sind keine Spinner

ARTIKEL VOM 18. MAI 2005

INFORMATION / MOBILFUNK ALS ABENDFÜLLENDES THEMA IN OBERRIEXINGEN

Elektrokranke sind keine Spinner

Experten gaben in der Festhalle Auskunft – Stein des Anstoßes ist ein Silo in der Schillerstraße als möglicher Standort

OBERRIEXINGEN. Kompetente Gesprächspartner und einen stets abwägenden Bürgermeister Willi Baur erlebte das Publikum bei einer informativen Veranstaltung in der Festhalle in Oberriexingen. Das Thema war aus aktuellem Anlass gewählt worden: „Wie viel Mobilfunk verträgt der Mensch?“. Rund 80 Besucher wollten es am Freitagabend in Erfahrung bringen.

Der Wunsch des Bürgermeisters war, möglichst viele neue Kenntnisse zu bekommen. Bei der Veranstaltung der Stadt Oberriexingen und der Initiativgruppe UMTS Mobilfunkanlage moderierte Rathauschef Willi Baur gekonnt darauf hin, dass kein Streitgespräch entstand. Aufklärung, Gefahren darstellen, Positives erkennen und die rechtliche Situation klären, nannte der Moderator als angestrebtes Ziel des Abends, der mit 150 Minuten extensiv ausfiel.

Es lag an den eingeladenen Referenten, dass der Abend trotzdem wie im Flug verging. Vom TÜV München kam der Sachverständige für Umweltverträglichkeit, Dr. Thomas Gritsch, der über technische Grundlagen, Ausbreitung der Strahlen sowie über Grenzwerte und Richtwerte informierte. Über Emissionsquellen extern und im privaten Bereich, über die Wabennetz-Struktur beim Mobilfunk, über Ballungsnetze und über Funkvermittlungsstellen konnte der Experte verlässliche Zahlen präsentieren. Auch über Studien wie „Naila“ oder „Reflex“, die besagen, wie gefährlich das Leben ist. Was die Abstrahlungscharakteristiken beträfe, so sei klar: Die Strahlung zeigt eine starke Abnahme mit dem Abstand. Eine Erkenntnis des Sachverständigen, die wohl viele im Publikum bereits wussten.

Interessanter für die Zuhörer waren dann eher die möglichen Standorte in Oberriexingen. Zum einen der Stein des Anstoßes vor ein paar Monaten: Ein Silo in der Schillerstraße. Des Weiteren könnten nach TÜV-Experte Dr. Gritsch als Alternativen ein erhöhter Flutlichtmasten, der bestehende Umsetzer oder gar der Turm auf dem Rathaus in Betracht kommen.

Düster sah Dr. Claus Scheingraber aus München die ansteigende Strahlenemission der letzten Jahre. Der Zahnarzt und Elektrobiologe befasst sich seit 19 Jahren mit dem Thema Elektrosmog. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Elektro-Biologie erwarb sich das Wissen, als seine Frau 1986 erkrankte. Für ihn ist auf jeden Fall sicher, dass ein so genannter „Elektrokranker“ kein Spinner sei. Dr. Scheingraber sprach den Leuchtturmeffekt an, der unterm Dach als sehr erheblich eingestuft wird. Auch die synergistische Verstärkung wurde als Gefahrenbeispiel genannt. Der Elektro-Biologe: „Wer länger als 25 Minuten täglich mit dem Handy telefoniert, hat eine starke Reduktion der Melantoninausschüttung. Und wer gleichzeitig niederfrequentierten Magnetfeldern ausgesetzt ist, erfährt eine drastische Wirkungssteigerung.“

Befindlichkeitsstörungen

Zum Thema UMTS ist sich Dr. Scheingraber sicher, dass Befindlichkeitsstörungen ausgelöst werden. Was bringt die Sicherheit durch Grenzwerte? Als Antwort darauf weiß der Experte: „Nichts, denn es sind mittelmäßige Werte, weil athermische Wirkungen, Pulsspitzenbelastungen und chronische Toxizität nicht berücksichtigt werden.“

Aussichtslos scheint die Möglichkeit, sich gegen die Errichtung von Mobilfunkstationen zu wehren. Es gäbe eine Fülle von Prozessen, doch der Bürger hätte wenig Chancen, meinte Dr. Klaus Werner Kniep, Rechtsanwalt aus Heilbronn, der die rechtlichen Grundlagen im Gesprächsabend beleuchtete. Keine Mietminderung wäre bisher durchgerungen, Eingaben der Petitionsausschüsse seien überall abgelehnt worden, und was das Strafrecht anbelangt, so sei bisher auch keine Körperverletzung von den Gerichten festgestellt worden. Auch die Vereinbarung zwischen kommunalen Spitzenverbänden und den Betreibern seien nichts wert, da eine Antenne bis zu 9,99 Meter Höhe nicht genehmigungspflichtig wäre. Eine Chance könnten städtebauliche Statuten der Kommunen sein, um mit Veränderungssperren und Satzungen einzuwirken.

Das Fazit von Bürgermeister Baur lautete: „Man darf sagen, dass Mobilfunk krank machen kann. Es muss aber auch die Möglichkeit für das Geschäftsleben bestehen, es in Anspruch zu nehmen.“

Für Karl Arnold, den Sprecher der Mobilfunk-Initiative, ist klar, dass die Sache noch nicht ausgestanden ist. Man hoffe auf eine kommunale Mithilfe, so sein Schlusswort.

VON RUDI KERN

//www.bietigheimer-zeitung.de/html/news/artikel_stadt.php4?artikel=25046


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