26
Apr
2005

19 Jahre Tschernobyl und die vermeintliche "Renaissance der Atomenergie"

Von: Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

hallo freundinnen und freunde des anti atom widerstands!
am mittwoch wird der evtl. letzte castor-transport aus norddeutschland in die plutoniumfabrik nach la hague rollen! ein grund noch mal richtig sand ins getriebe zu streuen.
wir treffen uns morgen ab 19.30 uhr in der sternstraße 31, münster!
see you!

Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
25. April 2005

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

Widerstand gegen Atomanlagen (WIGA) Münster

Anti-Atom-Forum Ostwestfalen-Lippe

Menschen gegen Atomanlagen (MEGA) Waltrop


Anti-Atomkraft-Initiativen empört:

Castor-Transport nach Frankreich am 19. Tschernobyl-Jahrestag

Mit großer Empörung wenden sich Anti-Atomkraft-Initiativen aus Nordrhein-Westfalen gegen einen neuen Atommüll-Transport aus dem norddeutschen Atomkraftwerk Stade in die französische Plutoniumfabrik La Hague. Der Castor-Transport wird am morgigen Dienstagabend per Bahn starten, just am 19. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Wir halten dieses Datum für besonders instinktlos, angesichts von Millionen von Menschen, die noch heute an den Folgen des Super-Gaus leiden müssen. Während in Deutschland die Folgen von Tschernobyl weitgehend verdrängt werden, ist es für die betroffenen Menschen in der Ukraine und in Weissrussland noch immer enorm schwer, radioaktiv unbelastete Nahrungsmittel und eine angemessene ärztliche Versorgung zu bekommen

Durch NRW wird der Atommülltransport am frühen Mittwochmorgen rollen. Zwei Routen sind möglich: Entweder rollt der hochradioaktive Atommüll über Bremen-Osnabrück-Münster nach Hamm oder über Verden-Minden-Bad Oeynhausen-Herford-Bielefeld nach Hamm. Von Hamm geht es über Lünen-Waltrop-Duisburg-Köln-Bonn weiter Richtung Frankreich.

Atomkraftgegner kündigten entlang der Transportstrecke mehrere Protestaktionen an, unter anderem in Münster und Waltrop. Erst am Samstag hatten 200 Menschen in Bad Oeynhausen gegen Atomtransporte demonstriert. Bereits morgen werden in Gronau um 17 Uhr an der Antoniuskirche und in Hamm-Uentrop ab 17 Uhr vor dem stillgelegten Atomreaktor THTR Protestaktionen stattfinden. Mit weiteren spontanen Aktivitäten am Mittwoch ist zu rechnen, da Polizei, BGS und Landesregierung den Castor-Transport und die genaue Strecke wie immer geheim halten.

Atommüll soll 2008 aus Frankreich nach Ahaus zurückrollen

Es zeigt sich erneut, dass das Münsterland, das Ruhrgebiet und Ostwestfalen von geheimen Atomtransporten quer durch Europa stark betroffen sind. Besonders brisant bei diesem Transport ist, dass der Atommüll ab 2008 aus Frankreich wieder nach Deutschland zurückrollen soll, unter anderem in das Zwischenlager Ahaus. Doch die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf unternimmt nichts, um diesen Atommülltourismus zu unterbinden. Wer weitere Atommüll-Transporte nach Ahaus verhindern will, muss auch gegen den jetzigen Atomtransport protestieren. Stattdessen bereitet die NRW-Landesregierung immer intensiver die 3 Castor-Transporte von Dresden nach Ahaus vor und baut die Urananreicherungsanlage in Gronau aus. Der rot-grüne Atomausstieg findet 19 Jahre nach Tschernobyl nur auf dem Papier statt.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Nordrhein-Westfalen fordern zum 19. Tschernobyl-Jahrestag ein Ende aller Atomtransporte und den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Die Gefahren der Atomenergienutzung sind nicht beherrschbar und dürfen nicht verharmlost werden. Wer trotzdem Atomanlagen weiter betreibt, ist für zukünftige Unfälle und Opfer direkt mitverantwortlich.


Neue Westfälische 25.4.05:

Aufmerksamkeit für den Tag "X"

Demonstrationszug blockierte 30 Minuten die Mindener Straße / Friedlich gegen Atomtransporte

VON NICOLE SIELERMANN

Lahm gelegt (FOTO NICOLE SIELERMANN) //www.nw-news.de/nw/lokale_news/bad_oeynhausen/bad_oeynhausen/?sid=6489b8cd1a10bc8c81f736b5de00c0b4&client=nw&cnt=454068&src=138970

Bad Oeynhausen. Es hatte ein bisschen den Charakter eines alten Hippie-Festivals. Zumindest was die Musik vor dem Bahnhof anging. Dort versammelten sich am Samstagmittag 200 Gegner der Atom-Transporte vom sächsischen Rossendorf bei Dresden ins westfälische Zwischenlager Ahaus, deren Strecke Ende Mai möglicherweise auch quer durch Bad Oeynhausen verläuft. Unter den Augen eines riesigen Polizeiaufgebotes zogen die Teilnehmer der Demonstration vorbei am Schweinebrunnen hin zur Mindener Straße. Die war während der Kundgebung für eine halbe Stunde gesperrt.

Die Bevölkerung informieren ist das oberste Ziel der Anti-Atomkraft-Initiativen, die zur Demo aufgerufen hatten. "Wenn diese Strecke über Braunschweig, Hannover, Bad Oeynhausen und Osnabrück gewählt wird, ist hier ein Nadelöhr", warnte Matthias Eickhoff von der Wiga Münster. "Schon jetzt ist hier auf der B61 ein Verkehrschaos. Wann soll dann erst werden, wenn der Castor durchrollt?" Und so machte er gemeinsam mit Vertretern aus Ahaus und Münster sowie einigen Bad Oeynhausenern auf die Gefahr des Tages "X" aufmerksam.

Doch nicht nur das: "Wenn in den kommenden 30 Jahren einer der Behälter in Ahaus kaputt geht, muss er die ganze Strecke zurück bis Dresden transportiert werden. Kaputt", so Eickhoff. Und auch Dr. Jürgen Brettschneider, Arzt aus Bad Oeynhausen und Mitglied bei "Internationale Ärzte zur Vermeidung eines Atomkrieges", warnte vor den gesundheitlichen Risiken solcher Transporte: "Sollte die Strecke durch Bad Oeynhausen führen, wäre es nicht das erste Mal", erklärte er. Denn bereits in der Vergangenheit seien etliche Transporte per Bahn durch die Kurstadt gerollt: "Das wissen die Wenigsten."

200 Demonstranten waren gekommen. Und die zogen friedlich vom Bahnhof quer durch die Innenstadt über die Steinstraße bis zur Mindener Straße. Dort war erst einmal Pause. Für 30 Minuten blockierten sie sitzend, stehend und singend die Kreuzung. Stillstand auch auf der Mindener Straße aus Richtung Löhne. Auf mehrere Kilometer staute sich dort der Wochenendverkehr bis auf die A30.

"Alles friedlich", vermeldete Polizeipressesprecher Werner Wojahn. Neben Einsatzkräften aus dem Kreis Minden-Lübbecke, waren Ermittlungsdienste, die Bereitschaftspolizei aus Bielefeld sowie die Autobahnpolizei und der Bundesgrenzschutz (Bahnpolizei) im Einsatz. Die Einsatz-Stärke wurde nicht bekannt gegeben. Auf jeden Fall zogen sie auf der Mindener Straße mit ihrem enormen Aufgebot die Blicke der Autofahrer auf sich.

30 Minuten auf der Mindener Straße, dann setzte sich der Zug Richtung Rehme - über den "Alten Rehmer Weg" wieder in Bewegung. Und nach fast vier Stunden und einer Abschlusskundgebung gegenüber dem EFI wurden Transparente eingerollt, mitgebrachte Sonnenblumen eingepackt und der Heimweg angetreten. Bis zur nächsten Aktion.

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW),
Körtestr. 10, 10967 Berlin, Tel.: 030 / 698 074-0, Fax: 030 / 693 81 66, E-Mail: ippnw@ippnw.de; Internetseite: www.ippnw.de

19 Jahre Tschernobyl und die vermeintliche "Renaissance der Atomenergie"

Atomkraftwerken geht der Brennstoff aus
Wann wird das knappe Uran zum Kriegsgrund?

Berlin, 25.04.2005 - Anlässlich des 19. Jahrestages der Atomkatastrophe von Tschernobyl weist die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW darauf hin, dass die Atomenergie nicht nur Gesundheit und Umwelt sondern zugleich in hohem Maße die internationale Sicherheit gefährdet. Das immer knapper und teurer werdende Uran könnte schon bald zu Kriegen mit Bundeswehrbeteiligung führen.

"Wenn es darum geht, Kriegsursachen zu vermeiden, dann steht der unverzügliche Ausstieg aus der Abhängigkeit von Erdöl, Erdgas und Uran und der zügige Aufbau einer Solarwirtschaft an erster Stelle", so der IPPNW-Atomenergie-Experte Henrik Paulitz. "Die Diskussion um eine Renaissance der Atomenergie ist vor dem Hintergrund der knappen Uran-Reserven eine Geisterdebatte, die mit der realen Welt wenig zu tun hat", so Paulitz weiter. "Bei nüchterner Betrachtung müssen wir feststellen, dass die Energierohstoffe Erdöl, Erdgas und Uran immer knapper und teurer werden. Schon jetzt werden Kriege um das Erdöl geführt. Mit Russland tobt ein Wirtschaftskrieg um den Zugang zu den knappen Erdgasreserven. Wann marschiert die Bundeswehr in Namibia, Niger, Russland oder in Kasachstan ein, um dort die knappen Uranreserven für Deutschland zu sichern?"

Der Uranbedarf für die weltweit über 440 kommerziellen Atomkraftwerke liegt bei rund 62.000 Tonnen pro Jahr. Allein die Europäische Union hat einen jährlichen Bedarf von etwa 20.000 Tonnen Uran. Die "wirtschaftlich" gewinnbaren Uranreserven wurden von der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEA) und der OECD Nuclear Energy Agency (NEA) im Jahr 1999 im so genannten "Red Book" ausgewiesen. Demnach sind - je nach Höhe der unterstellten Förderkosten - insgesamt noch zwischen 1,25 und 4 Millionen Tonnen Uran mehr oder weniger "wirtschaftlich" abbaubar. Es handelt sich zum Teil um gesicherte, zum Teil aber nur um vermutete Uranvorkommen.

Die Gesamtmenge des großteils nur sehr aufwendig und entsprechend teuer zu gewinnenden Urans reicht noch maximal etwa 65 Jahre lang. Die preislich günstigeren Reserven reichen gerade noch 20 Jahre lang.

Würde man die Atomkraftwerkskapazitäten ausbauen, wäre noch schneller Schluss. Nach den Vorstellungen der IAEA könnte sich der Uranbedarf bei einem Ausbau der Atomenergie bis zum Jahre 2050 auf insgesamt 7,6 Millionen Tonnen summieren. Angesichts der geschätzten Gesamtmenge von "wirtschaftlich" gewinnbarem Uran von nur 4 Millionen Tonnen wären die Reserven aber schon lange vor 2050 erschöpft. Schnelle Brutreaktoren, mit denen man ursprünglich die knappen Uranreserven zeitlich strecken wollte, sind weltweit aus Sicherheitsgründen und wegen der hohen Kosten gescheitert. In Deutschland wurde der Schnelle Brüter in Kalkar aufgegeben.

Angesichts des knappen Urans, des ungelösten Atommüllproblems und der Gefahren einer Atomkatastrophe kann die Atomenergie nach Auffassung der IPPNW kein Gegenstand einer seriösen Debatte um die zukünftige Energiepolitik mehr sein. "Die von der Atomlobby entfachte Diskussion um eine Renaissance wirkt, als wollte ein Kind sein Spielzeug nicht hergeben. Und Atomausstieg bedeutet auch nicht, dass wir in sieben Jahren Rot-grün in Deutschland zwei Mini-Atomkraftwerke wie Obrigheim und Stade vom Netz nehmen. Ausstieg aus der Abhängigkeit vom knappen Uran bedeutet, dass wir die 17 großen 1300-Megawatt-Blöcke schnellstens abschalten," so Henrik Paulitz.

Kontakt: IPPNW, Henrik Paulitz, Tel. 0621-39 72 668 oder mobil 0171-53 888 22



Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Mitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V.
c/o Siedlerweg 7
48599 Gronau
Tel. 02562-23125
//www.aku-gronau.de

25.04.2005


Pressemitteilung:

Internationaler Protest gegen Urananreicherung: 80 DemonstrantInnen vor niederländischer Uranfabrik in Almelo

Rund 80 DemonstrantInnen, darunter auch 20 aus NRW und Niedersachsen, haben am Samstag (23.4.) im niederländischen Almelo anläßlich des 19. Tschernobyljahrestages demonstriert. Nach einer Auftaktkundgebung zog der Demonstrationszug zur Urananreicherungsanlage (UAA) vor den Toren der Stadt. Die UAA Almelo gehört ebenfalls wie die UAA in Gronau zum Urenco-Konzern. Vor der UAA gab es eine Abschlußkundgebung. Musikalisch unterstützt wurden die Kundgebungen von Martina Haase aus Aachen. Veranstalter der Demonstration war NENO, ein Bündnis verschiedener Friedens- und Anti-Atomkraft-Initiativen im niederländischen Grenzgebiet.

Bei der Auftaktkundgebung sprach Frank Slijper von der niederländischen Kampagne gegen Waffenhandel über die Zusammenhänge der Urananreicherung und der Weiterverbreitung der Atomwaffentechnologie. Anschließend informierte Jacob Visser über den erfolgreichen Prozess des Umweltverbandes Milieudefensie im Jahr 2004, durch den die Genehmigung zum Ausbau der UAA Almelo vorläufig gestoppt wurde. Er berichtete auch über den aktuellen Stand des neuen Genehmigungsverfahrens zum UAA-Ausbau. Der Anlagenausbau wurde erneut beantragt.

Bei der Abschlußkundgebung vor der Urananreicherungsanlage berichtete Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau über den Widerstand gegen die UAA in Gronau, wobei er auch auf die diesjährigen Aktionen gegen die Urantransporte von Gronau durch die Niederlande nach Rußland einging und auch besonders die Aktionen in den Niederlanden positiv heraustellte. Abschließend wurde ein Grußwort der Münsteraner Initiative WIGA verlesen, in dem auch die drohenden Castor-Transporte nach Ahaus angesprochen wurden. Seitens NENO wurde bekundet, den Ahaus-Widerstand erneut konkret zu unterstützen.

Daß bei der Demonstration in Almelo viele Jugendliche und junge Erachsene waren, wertet der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, der ebenfalls zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen hatte, als positives Zeichen. 2006 soll zum 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe erneut eine Demonstration an der UAA Almelo staftfinden.

Fotos und Originaltöne von der Demonstration gibt es im Internet unter //www.geleraaf.nl/



Pressemitteilung:

26.4.: 19. Tschernobyljahrestag - Mahnwache um 17 Uhr in Gronau / Antoniuskirche

Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau ruft für Dienstag (26.4.) zur Teilnahme an einer Mahnwache vor der Gronauer Antoniuskirche (Neustraße) auf. Anlaß ist der 19. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Gleichzeitig soll gegen den Betrieb und Ausbau der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA), gegen Atomtransporte und für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen demonstriert werden. Die Mahnwache beginnt um 17 Uhr und dauert bis 18 Uhr.

Der AKU Gronau betont mit Nachdruck, daß vom versprochenen Atomausstieg noch lange keine Rede sein kann. Zwar begrüßt der AKU die angekündigte Stilllegung des AKW Obrigheim, Kommentar eines AKU-Mitglieds aber: "Eine Schwalbe macht nocht keinen Sommer!" Der AKU kritisiert, daß rund 19 Jahre nach Tschernobyl der Ausbau der Gronauer UAA genehmigt wurde, und daß direkt am Tschernobyljahrestag (26.4.) ein Castor-Atommülltranspoort vom norddeutschen AKW Stade zur Wiederaufarbeitungsanlage nach Frankreich starten soll. Durch NRW wird der Atommülltransport am frühen Mittwochmorgen rollen, die genaue Route ist noch unklar.

Die Mahnwache in Gronau ist im Zusammenhang mit vielen Protestaktionen zu sehen, die derzeit bundesweit, ja weltweit, an Tschernobyl erinnern und den Atomaustieg einfordern. Bereits am Wochenende gab es verschiedene Demonstrationen und auch direkt am Tschernobyljahrestag gibt es zum Beispiel in Hamm beim stillgelegten Reaktor und beim AKW Neckarwestheim Aktionen. International spielen die Gefahren der Urananreicherung und auch der Protest dagegen eine wichtige Rolle. So demonstrierten am Wochenende in Almelo (NL) deutsche und niederländische Anti-Atomkraft-Initiativen gegen die niederländische Urananreicherungsanlage westlich von Gronau in Almelo. Und in einem Wortbeitrag bei einer Kundgebung in Wien wird am Tschernobyltag ebenfalls das Thema Urananreicherung zur Sprache kommen.

Infos: AKU Gronau, Tel. 02562-23125, //www.aku-gronau.de



rubrik: politik

BUND/ ots 25.04.05: EU soll Förderung der Atomenergie beenden - 1
Million ...

EU soll Förderung der Atomenergie beenden - 1 Million Europäer "stimmen ab" zum 20. Tschernobyl-Jahrestag


Berlin (ots) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat zum 19. Tschernobyl-Jahrestag ein Auslaufen des Euratom-Vertrages verlangt. Da der Vertrag zum Anhang der neuen EU-Verfassung gehöre, solle die Bevölkerung der Europäischen Union darüber entscheiden, ob sie den Atom-Privilegien aus diesem Vertrag zustimme oder nicht. Dafür wolle die Umweltorganisation gemeinsam mit anderen Anti-Atom-Initiativen europaweit bis zum 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im kommenden Jahr eine Million Unterschriften sammeln. Die neue Verfassung verpflichte die EU-Kommission, aktiv zu werden, wenn eine Million Bürger dies forderten.

Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand: "Wir wollen, dass die Bürger ihre Verfassungsrechte auf europäischer Ebene wahrnehmen. Europa kann die Lehren aus Tschernobyl ziehen und die meisten Europäer wollen dies auch. Die Produktion von immer mehr Atommüll muss gestoppt, die Atomkraftwerke müssen stillgelegt werden.

Geeignete Endlager für deren strahlende Hinterlassenschaften sind ebenfalls nicht in Sicht. Die rot-grüne Bundesregierung kann ihre Hilflosigkeit bei diesem Thema nur schlecht kaschieren, indem sie die Vorlage des Endlagersuchgesetzes vor sich herschiebt. Das Problem lässt sich aber nicht aussitzen, es stellt sich jeden Tag mit immer größer werdenden Schärfe."

Zwar fördere die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten die Atomenergie nicht aktiv, dennoch leiste sich die EU mit Euratom eine Organisation, deren erklärtes Ziel die aktive Förderung der europäischen Nuklearindustrie sei. Dies erfolge durch die überdimensionierte Atomforschungsförderung aus Steuergeldern und mit Hilfe vergünstigter Kredite für AKW-Neubauten.

Ein völlig falsches Signal sei, wenn die EU-Kommission vorschlage, die Euratom-Forschungsgelder für den Zeitraum 2007 bis 2011 um 230 Prozent zu erhöhen. Allein für die Atomfusionstechnologie und den dazugehörigen Forschungsreaktor ITER sollen in diesem Zeitraum mehr als zwei Milliarden Euro ausgegeben werden, obwohl völlig unklar sei, ob die Fusionstechnik je einen Nutzen haben. Die EU-Forschungsgelder sollten stattdessen für erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz ausgegeben werden.

Die Online-Unterschriftenaktion gegen Euratom finden Sie im Internet unter: //www.bund.net/aktionen/antiatom/

Originaltext: BUND

Digitale Pressemappe: //presseportal.de/story.htx?firmaid=7666

TAZ NRW 25.4.05:

Ostwestfalen gegen Castoren

BAD OEYNHAUSEN dpa Rund 200 Atomkraftgegner haben am Wochenende in Bad Oeynhausen gegen die bevorstehenden Atommüll-Transporte vom sächsischen Rossendorf bei Dresden ins westfälische Zwischenlager Ahaus demonstriert. Die Kundgebung sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Demonstranten blockierten für eine halbe Stunde die Bundesstraße 61, die Teil einer möglichen Transportroute für die Castor-Behälter ist. Auf den Autobahnen 2 und 30 kam es deshalb zu kurzen Staus.

Die Transporte aus Rossendorf werden voraussichtlich kurz nach der Landtagswahl am 22. Mai nach Ahaus rollen. Die Landesregierung hatte sich auf Druck von Anti-Atom-Initiativen lange gegen die Transporte gesperrt. Das Bundesamt für Strahlenschutz erteilte dennoch die Genehmigung. Atom-Gegner haben für die kommenden Wochen weitere Protestaktionen angekündigt.

taz Ruhr Nr. 7648 vom 25.4.2005, Seite 1, 32 Zeilen (Agentur)

TAZ Hamburg 25.4.05:
120 radeln gegen Atomstrom
Wer etwas gegen Atomenergie tun will, muss sich nicht unbedingt vor einen Castor-Zug setzen. Das war die Botschaft der mehr als 120 TeilnehmerInnen der Fahrradstaffel "Vom Atom- zum Ökostrom", die am Sonnabend vom AKW Krümmel bis zum Sitz der Betreibergemeinschaft Windstrom Wedel in Altona radelten.

Slogans wie "e-off - fein, danke!" und "Ich bin ein Störfall" umrissen das Anliegen der Tour, zu der "X-tausendmal quer" und andere Gruppen aufgerufen hatten. Es ging darum, die Risiken der Atomenergie ins Bewusstsein zu rücken und die Passanten dazu zu bewegen, auf grünen Strom umzusteigen.

Die von der Initiative "Stromwechsel Jetzt!" empfohlene Energie muss atomfrei und klimafreundlich sein. Ein Teil des Erlöses muss in neue Öko-Kraftwerke investiert werden, auch darf der Anbieter keine Verbindungen zu Atomkraftwerksbetreibern haben. Deshalb sei ein Wechsel zu Anbietern wie Greenpeace Energy <//www.ntsearch.com/search.php?q=Energy&v=56> , EWS oder Naturstrom AG ein "Tritt für die Atomindustrie".

Vor dem HEW-Kundenzentrum in der Mönckebergstraße stoppten die RadlerInnen für eine Unmutsäußerung: Der AKW-Betreiber habe kein Konzept für die Entsorgung seines Atommülls, monierten sie. CH

taz Hamburg Nr. 7648 vom 25.4.2005, Seite 21, 43 Zeilen (TAZ-Bericht), CH



AFP 25.4.05:

Nahrungsmittel weiter durch Tschernobyl belastet

Brüssel (AFP) - Auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl sind in der EU zahlreiche Nahrungsmittel wie Wildfleisch und Waldpilze noch hoch radioaktiv belastet. Dies gelte nicht nur für die am schwersten betroffenen Gebiete in der Ukraine und in Weißrussland, sondern selbst für Regionen Europas, die sehr weit vom Unglücksort entfernt liegen, bestätigte die EU-Kommission in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Europaabgeordneten Rebecca Harms.

In Wildfleisch, wild wachsenden Beeren, Wildpilzen und in Fleisch fressendem Fisch "aus bestimmten Regionen in Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Finnland, Litauen und Polen" werde zuweilen eine Belastung mit Caesium 137 erreicht, die vielfach über der zulässigen Höchstgrenze liege, heißt es in der Antwort weiter.

In Großbritannien gibt es noch Einschränkungen für den "Transport, Verkauf sowie das Schlachten von Schafen" insbesondere im Norden von Wales. Auch in Irland und Skandinavien würde die Radioaktivität von Schafs- beziehungsweise Rentierfleisch weiter regelmäßig überwacht.

Auch "in den kommenden Jahrzehnten" werde die radioaktive Belastung bestimmter Produkte nicht nennenswert zurückgehen. Der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel müsse deshalb noch viele Jahre eingeschränkt bleiben.
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