2
Dez
2005

„Ich will nicht noch einmal Krebs bekommen“

Sendemast in der Bahnhofstraße wurde mit „vodafone“-Antenne erweitert – wie hoch sind die Risiken?

BAD STAFFELSTEIN. Helle Aufregung in der Adam-Riese-Stadt: Still und heimlich soll der Sendemast in der Bahnhofstraße auf dem Gelände der Deutschen Post aufgerüstet worden sein. Entsetzte Mienen bei den umliegenden Anwohnern: Wird die Strahlenbelastung nun noch höher, die gesundheitlichen Risiken noch mehr?

von Markus Drossel

„Den ganzen Vormittag haben die am Mast gearbeitet. Doch keiner kann und will uns sagen, was da gemacht wurde. Keiner ist zuständig. Ich hatte schon einmal Krebs, ich will nicht schon wieder einen durch die Strahlung“: Die Angst steht Margarethe Bessner, Josephine Bachinger und Elisabeth Porzelt ins Gesicht geschrieben. Sorgenfalten prägen die Mienen. Alle drei wohnen in der Bahnhofstraße im „Betreuten Wohnen“. Nur 30 Meter Luftlinie vom Sendemasten entfernt.

„Auge in Auge“

Wenn sie sich auf ihren Balkon begeben, stehen sie quasi „Auge in Auge“ mit dem Sendemast: Margarethe Bessner dachte, sie treffe der Schlag, als am Donnerstag Arbeiten am Funkmast begannen. Noch weitere Elemente wurden angebracht. Gesagt hatte keiner was. Man stellte die Anwohner vor vollendete Tatsachen. Die Rentnerin griff zum Telefon, rief Stadtverwaltung, Landratsamt, die Deutsche Post und schließlich die Telekom an. Immer erhielt sie die gleiche Antwort: „Immer kam: ‚Tut mir leid, wir sind nicht zuständig’. Und bei der Beschwerde-Hotline der Telekom ging niemand ans Telefon“, klagt sie.

Sorgen um die Gesundheit

Die Sorgen um ihre Gesundheit nehmen zu. Und sie haben einen konkreten Anlass: „Ich bin ja erst im Juni hierher gezogen. Seitdem konnte ich sehr schlecht schlafen. Erst dachte ich, dass die Umstellung und der Umzug schuld sind. Doch das wurde nicht besser. Und dann hörte ich davon, dass sehr viele Leute, die direkt am Sendemast wohnen, extrem schlecht schlafen“, erläutert sie. Elisabeth Porzelt und Josephine Bachinger nicken: Ja, auch sie haben Schlafprobleme. Hart trifft es Josephine Bachinger: „Der Sendemast steht direkt vor meinem Schlafzimmer. Aber eigentlich betrifft es alle. Jeder klagt. Aber auf uns alte Leute wird ja nicht gehört.“ Die Rentner sind erzürnt, wie wenig Beachtung ihnen geschenkt wird. Und wie leichtsinnig ein Konzern mit ihrer Gesundheit spielt: „Wir dachten, wir würden in einer Demokratie leben. Doch uns fragt keiner, die machen, was sie wollen. Und nun gab es wieder etwas Neues am Sendemast als Zugabe“, macht Josephine Bachinger ihrem Unmut Luft.

Dafür, dass der Mobilfunkmast mitten in einem Wohngebiet steht, hat keiner im „Betreuten Wohnen“ oder in der Umgebung des Turms Verständnis: „Es gibt so viele Freiflächen außerhalb der Stadt. Und trotzdem steht das Ding vor unserer Nase. In Nedensdorf hatte ich immer wie eine Ratz geschlafen. Seit Juni schlafe ich schlecht“, betont Margarethe Bessner. Die Rentner fordern: „Wir wollen eine erneute Messung der Strahlung. Auch hier bei uns im ‚Betreuten Wohnen’. Wir wollen wissen, wie hoch die Belastung ist.“ Und dafür wollen sie kämpfen: „Wir fühlen uns schutzlos ausgeliefert! Keiner will uns helfen.“ Margarethe Bessner macht keinen Hehl daraus, dass das Thema Mobilfunkmast und Strahlenbelastung für sie auch ein Thema im Bürgermeisterwahlkampf ist.

Der „Fränkische Tag“ klemmte sich hinter das Telefon und versuchte herauszufinden, was denn genau am Sendemast in der Bahnhofstraße gemacht wurde. Erste Adresse: Die Deutsche Post, der das Gelände gehört. Ergebnis: Die Stelle, auf der der Mast steht, gehört der Telekom. Dort verweist man nach stundenlangem Hin und Her schließlich auf „t-mobile“ in München, einen Mobilfunkanbieter. Ja, man sei an dem Mast beteiligt, heißt es dort. Vermieter sei die DSMG. Doch etwas Neues angebracht habe man nicht. Das sei „vodafone“ gewesen, ein anderer Mobilfunkanbieter und Mitnutzer der Anlage.

„Reine Panikmache“

Ernst Andersch, der Pressesprecher von „vodafone“, sieht keine gesundheitlichen Risiken für die Anwohner gegeben: „Alles reine Panikmache. Vor allem von den Medien. Auch Angst kann krank machen“, beschwichtigt Ernst Andersch, der Pressesprecher des Mobilfunkbetreibers.

Gerade durch unsachgemäße Berichterstattung trage man dazu bei. „Es besteht definitiv keine Gefahr durch die Radiowellen“, fügt er hinzu.

Omega fragt sich nur, wer hier unsachgemäße Berichterstattung betreibt: gepulste Mikrowellen sind definitiv eine Gefahr für die Gesundheit und die kritischen Berichte darüber kein Angst- oder Panikmache. Siehe „Gesundheitsrisiko Mobilfunk“ unter: //omega.twoday.net/stories/1223449/

Die Firma „vodafone“ habe ihre UMTS-Antennen übrigens schon im Sommer auf diesem Mast installiert. Die derzeitigen Arbeiten würden von der Deutschen Funkturm-GmbH durchgeführt, die dort wohl Steigleitern anbaue. Wie lange der Mietvertrag gehe, konnte er aus dem Stegreif nicht beantworten. „Eines noch: Der Sender steht nicht in einem Wohngebiet, sondern in einer Art Gewerbegebiet“, stellt er klar.

Das allerdings dürften die Anwohner etwas anders sehen. Margarethe Bessner hat sich mittlerweile an Gabriele Richter vom Bund Naturschutz gewandt, die sie an Michael Kolb aus Seubelsdorf verwies. Er wird wohl in Kürze in Bad Staffelstein die Strahlung messen. Auf das Ergebnis darf man dann gespannt sein.

Omega auf das Ergebnis braucht man nicht gespannt sein. Das Ergebnis wird lauten: die Grenzwerte werden eingehalten bzw. deutlich unterschritten, was auf die gesundheitlichen Auswirkungen jedoch überhaupt keinen Einfluss hat. Die in Deutschland gültigen Grenzwerte sind technische Grenzwerte, bei denen die gesundheitlichen Auswirkungen vor deren Einführung niemals an Menschen über einen langen Zeitraum gestestet wurden. Siehe „Grenzwerte und Mobilfunk“ //omega.twoday.net/stories/242821/

//www.fraenkischer-tag.de/nachrichten/index.php?MappeCID=hp5s-2fu1mb71*o4u*wcw&Hierarchie=dgzmqg3i-fvdcmaljl2ki&Seite=Lokales&SeiteSub=Obermain
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