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Apr
2005

Der große Bruder sitzt im Teddybären

14.04.2005 17:58 Uhr, aktualisiert 14.04.2005 20:46 Uhr

Aachen - Die Satelliten-Überwachung von Kindern bietet ein Unternehmen in Erkelenz bei Aachen besorgten Eltern an. Dabei nutzt der Dienstleister das herkömmliche GPS-System ein, wie es auch bei Auto-Navigationssystemen im Einsatz ist. Der Dienstleister ist nach eigenen Angaben der erste in Deutschland, der das technische Gerät, die Überwachung der Kinder und die Alarmierung der Eltern als Paket anbietet. Bewegt sich das Kind aus einem festgelegten Radius hinaus, erkennt der Dienstleister "Kids Protect" das auf einem Monitor und benachrichtigt die Eltern. Polizei, Kinderschutzbund und Opferorganisationen reagierten am Donnerstag skeptisch bis ablehnend.

"Kids Protect" setzt auf einen aus der USA kommenden Trend, Kinder aus Angst vor Übergriffen an die elektronische lange Leine zu legen. In Deutschland gibt es bereits Geräte zur Fernüberwachung von Kindern und Anbieter, die das Handy der Kundenkinder über das Mobilfunknetz orten und die Eltern informieren.

Das Erkelenzer Unternehmen setzt auf ein Paket mit Gerät, Überwachung und persönlichem Kontakt im Notfall. Das Kind bekommt ein etwa handygroßes Gerät mit, das die Position in Intervallen zwischen 15 und 60 Minuten an die Zentrale überträgt. "Es geht nicht darum, den Eltern ein Mittel an die Hand zu geben, um zu kontrollieren, ob das Kind in die Schule geht", betonte Geschäftsführer Reiner Franke. Das System solle in Notfällen greifen.

Die bundesweite Elterninitiative für vermisste Kinder lehnt die elektronische Fernkontrolle ab. "Der erste Gedanke war: Ach ja, das wäre eine Möglichkeit", gab Sprecherin Monika Bruns die Reaktion von betroffenen Eltern wieder, als erste Geräte auf den Markt kamen. Dann kamen die Bedenken. Das stärkste Argument dagegen: Die "Unfreiheit" wäre zu groß. "Kinder sind keine Zuchttiere, die wir auf die Weide geben, mit einem Elektrozaun umgeben und mit einem Bildschirm überwachen", sagte Bruns. Nach ihren Angaben werden mehr als 1200 Kinder und Jugendliche in Deutschland vermisst.

Aus Polizeisicht sollte man das Angebot nicht "verteufeln". Eltern sollten diese Möglichkeit der Kontrolle aber eingehend hinterfragen. "Ist das die Basis für ein Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Eltern?", fragt der Geschäftsführer der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Reinhold Hepp. Die Polizei unterstütze eher Verhaltensmaßnahmen, "den Schulweg zu besprechen, gewohnte Wege abzulaufen, dem Kind eine bestimmte Sicherheit zu geben".

"Es gibt eine große Sorge, überall. Da ist jedes halbwegs vernünftige Mittel zu begrüßen, um Kinder zu schützen", sagte der Bundesvorstand des Weißen Rings, Rudi Justen. Für ihn ist es aber eine sehr persönliche Frage, wie weit die Eltern dabei gehen. "Mir hätte es als Kind wahrscheinlich nicht gefallen, wenn meine Eltern immer genau gewusst hätten, wo ich bin." Kinder brauchten Freiräume, um sich zu entwickeln.

"Eine permanente Überwachung führt zu Unsicherheit und Angst", sagte die Bundesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes, Gabriele Wichert. Um sich zu entwickeln, müssten sich Kinder frei bewegen können. Wichert unterstrich die Bedeutung des Selbstbewusstseins der Kinder bei der Gefahrenabwehr: "Wenn Eltern Angst um ihre Kinder haben, sollen sie sie zu selbstbewussten Menschen erziehen." (dpa)

//www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1113484939517&listID=1038839614297&openMenu=1038839590380&calledPageId=1038839590380


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