13
Nov
2004

"Das Mobiltelefon am Ohr ist der Gau"

13.11.2004 00:00

"Das Mobiltelefon am Ohr ist der Gau"

Neues vom Großbettlinger Verein "Bürger-Info": Weiter "Gefahren von Handy & Co" - UMTS-Mast im Ort scheint abgewendet

GROSSBETTLINGEN. Täglich werden sie mehr: Mobilfunk- und DECT-Telefone, Hochspannungsleitungen, Mikrowellen, drahtlose Übertragungstechnik für den PC. Und mit ihnen wächst die Mikrowellenstrahlung, die von den Geräten ausgeht.

NICOLE MOHN

Geruchlos und unsichtbar umschwirren die Strahlen die Menschen rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag. Welche Risiken die neue Technik birgt, vermag aber zur Zeit keiner abzuschätzen. Seit über sechs Jahren engagiert sich die Großbettlinger Initiative "Bürger-Info" für einen umsichtigen Umgang mit "Handy und Co". Und arbeitet seither zusammen mit Bürgermeister Martin Fritz daran, dass die Gemeinde sendemastfrei wurde und bleibt.

Omega welche Risiken die neue Technik birgt, vermag man sehr genau abzuschätzen. Siehe Krank durch Mobilfunk - Elektrosmog - Die Opfer unter: //omega.twoday.net/stories/372620/

Am Donnerstagabend hatte der Verein zu einem Informations-Abend zu diesem Thema in die Zehntscheuer eingeladen. Und konnte dabei einmal mehr einen Erfolg vermelden. Erst wenige Wochen ist es her, dass "e-plus" als erster der Mobilfunkbetreiber in Großbettlingen bei Bürgermeister Fritz mit dem Wunsch nach einem Standort für die neue UMTS-Technik im Ort nachfragte.

"Sensible Bereiche meiden"

Wahlweise ein Standort nahe der Seniorenwohnanlage oder dem Kindergarten am Geigersbühl hatte das Unternehmen ins Auge gefasst. Jürgen Groschupp, Vorsitzender von Bürger-Info Großbettlingen und Vorstandsmitglied beim Dachverband Mobilfunk-Bürgerforum, hat die Anfrage fast den Atem verschlagen: "Immerhin gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtung der Anbieter, in der sie öffentlich versprochen haben, sensible Bereiche wie Kindergärten zu meiden", erklärte er den über 60 Zuhörern in der Zehntscheuer.

Sauer aufgestoßen war Groschupp auch, dass die Mitarbeiter von e-plus zu dem Zeitpunkt schon längst im Dorf unterwegs gewesen seien, um einen privaten Vermieter für die Antenne zu finden, "bevor die Gemeinde überhaupt über die Standortsuche informiert wurde".

Mit Bürgermeister Fritz war sich der engagierte Großbettlinger sofort einig, "dass es so nicht geht". Wieder suchten Gemeinde und Verein zusammen die Verhandlung mit dem Mobilfunkbetreiber, boten gleich im ersten Gespräch einen Alternativstandort an, und wieder scheint die klare Haltung und das Zusammenstehen von Bürgern und Verwaltung Früchte zu tragen: Statt wenige Meter von den Wohnhäusern entfernt soll der neue Sender nun auf dem Waldrücken zwischen Raidwangen und Großbettlingen errichtet werden, 350 Meter von den ersten Wohngebäuden entfernt.

Omega wenn man bedenkt, dass die Naila-Studie als Ergebnis zeigt, dass der Anteil von neu aufgetretenen Krebsfällen bei Patienten, die während der letzten zehn Jahre in einem Abstand bis zu 400 Meter um eine seit 1993 betriebene Mobilfunksendeanlage gewohnt hatten, gegenüber weiter entfernt lebenden Patienten signifikant höher war und die Patienten in durchschnittlich jüngerem Alter erkrankt waren, kann man bei 350 m Entfernung der Antenne kaum von einer sicheren Entfernung sprechen. Die Lösung kann nicht sein, Antenne raus aus den Wohngebieten, sondern wir brauchen eine neue, unbedenklichere Mobilfunktechnik. Alles andere ist nur Augenwischerei. Siehe unter „Einfluss der räumlichen Nähe von Mobilfunksendeanlagen auf die Krebsinzidenz“ //omega.twoday.net/stories/398292/ und „Antennen außerhalb von Wohngebieten?“ //omega.twoday.net/stories/313665/

Ein entsprechender Vertragsabschluss mit dem Betreiber stehe unmittelbar bevor, so Groschupp. Längst ist die Strahlung von Mobilfunksendern nicht mehr allein das große Thema: Immer mehr Anfragen erhält der Großbettlinger auch zum Thema DECT-Telefone. Damit haben sich viele selbst zum Mobilfunkbetreiber gemacht, weiß auch der Fachmann für Umweltstress-Analytik, Norbert Honisch, der die Ortsgruppe Großbettlingen seit vielen Jahren mit seinem Wissen und seiner Erfahrung unterstützt.

"Studien lassen nichts Gutes ahnen"

Schnurloses Telefon, Wireless-LAN für die PC-Anlage: "Es gibt keine Kinderzimmer mehr, nur noch Technikzimmer", ist sein Eindruck. Eine Entwicklung, die der erfahrene Diplomingenieur mit Sorge beobachtet. Denn wie die hochfrequentige, bei Handy und Co zudem gepulste Strahlung auf den Menschen wirkt und welche Risiken sie birgt, darüber wisse die Wissenschaft bis dato wenig.

Omega die Wissenschaft weiß schon viel, wie bei Handy und Co gepulste Strahlung auf den Menschen wirkt und welche Risiken sie birgt. Siehe „Wissenschaft und Mobilfunk“ unter: //omega.twoday.net/stories/293807

"Es wurde eine neue Technik in die Welt gesetzt, ohne die biologischen Auswirkungen zu kennen", so Honisch. Diverse Studien ließen zumindest nichts Gutes ahnen: "So wurde bei Ratten, die der gepulsten Mobilfunkstrahlung ausgesetzt wurden, eine Aufweichung der Blut-Hirn-Schranke festgestellt." Giftstoffe konnten so in das Gehirn eindringen.

"Bei der Bestrahlung von HL60-Zellen entdeckten die Forscher die Bildung von Mikrokernen im Zellmaterial. Die Schädigung von Erbsubstanz kann nicht mehr ausgeschlossen werden", ist sich Honisch sicher.

"Dorado für Mobilfunkbetreiber"

Telefoniert man oder hat den Laptop auf dem Schoß, setze man sich einer Belastung von fast 160 000 Mikro-Watt pro Quadratmeter aus: "Das Handy am Ohr ist der Gau", sagte der Experte, der den Zuhörern die Eigenschaften der verschiedenen Signale und Übertragungsarten erläuterte. Derzeit halten Wissenschaftler allenfalls eine Belastung von 100 Mikro-Watt pro Quadratmeter für halbwegs unbedenklich. "Bewegt hat sich bislang allerdings wenig. Wir haben hier ein Dorado für Mobilfunkbetreiber", sagt Groschupp. "Und das liegt nicht nur an den rein thermisch ausgerichteten Grenzwerten für Mobilfunksender." Für die mobilen Geräte existiere übrigens überhaupt keine Festsetzung. Es liege auch an Beschlüssen "wie der jüngst vollzogenen Änderung der Landesbauordnung in Baden-Württemberg, die den Betreibern Tür und Tor öffnete".

Omega die Belastung von 100 Mikro-Watt pro Quadratmeter ist nicht unbedenklich. Aus der Erfahrungsmedizin ist bekannt, dass viele Menschen inzwischen schon ab 10 Mikrowatt/m² erkranken. Im Februar 2002 wurde von der Landessanitätsdirektion Salzburg für Innenräume ein Wert von 1Mikrowatt/m² (0.02V/m) vorgeschlagen. Der Vorschlag basiert auf empirischen Erkenntnissen der letzten Jahre. Die Salzburger Vorsorgewerte liegen damit nur noch leicht über den baubiologischen Richtwerten und sehr deutlich unter den gültigen Grenzwerten der meisten Länder (Deutschland: 4,5 bzw. 9 Millionen Mikrowatt/Quadratmeter (41 resp 58V/m) für das D- und E-Netz). Weiter unter: //omega.twoday.net/stories/302147/

"Die Menschen sensibilisieren"

Die Handhabe der Kommunen gegen die Errichtung von Sendemasten gehe derzeit gegen null. Dabei spiele auch Geld eine große Rolle. So habe allein Finanzminister Hans Eichel für die UMTS-Lizenzen Milliarden Euro kassiert.

Dabei zeigen Beispiele wie die Schweiz, dass Mobilfunk sich mit einem Bruchteil der Leistung betreiben lasse, wie es derzeit in Deutschland der Fall sei. Wichtiger denn je erscheint Groschupp es deshalb, "die Menschen sachlich zu informieren und zu sensibilisieren". Der Fachmann: "Wir wollen nicht polemisieren und auch nicht, dass Sie Ihr Handy wegschmeißen." Aber zum Nachdenken möchte Bürger-Info anregen: "Denn die Entscheidung, was Sie sich ins Haus holen, nimmt Ihnen keiner ab", so der Vorsitzende.

Omega siehe hierzu „Die Schweizer Grenzwerte - Eine Mogelpackung erster Güte“ unter: //omega.twoday.net/stories/283430/

Rund 60 Zuhörer waren in die Zehntscheuer gekommen, um sich in Sachen Mobilfunk auf den neuesten Stand zu bringen, darunter auch BM Fritz (unser großes Bild zeigt leider nur einen Ausschnitt).

Kleines Foto: Norbert Honisch erklärt mit einer Glühbirne plastisch, welche Effekte gepulste Strahlung haben kann. Im Hintergrund: Jürgen Groschupp, Vorsitzender der Bürger-Info und Zweiter Vorsitzender im überregionalen Mobilfunk-Bürgerforum. zog
//www.buergerwelle.de/pdf/nzwz-2004-11-13-ltelefon001_onlineBild.jpg


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