1
Sep
2006

Aufruf an Ärzte

HLV INFO 96/AT

1-09-2006

Aufruf an Ärzte im Fuldaer Raum

Bitte regional nach eigenem Ermessen an Ärzte weiterleiten!

Der HLV unterstützt ausdrücklich diesen “Ärzte Appell“ und erinnert in diesem Zusammenhang auch betreffs dieser Thematik an den zwischen dem HLV und der Ärztekammer Hessen sowie dem IZMF geführten diesjährigen Dialog.


HLV Redaktion



Dr.med. Arnulf Göbel, PETERSBERG 31-08-06

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen.

Ich wende mich in einer für uns Ärzte sehr dringenden Angelegenheit an Sie:

Der österreichische Hausärzteverband hat in einem sechsseitigen Hochglanzfolder, der landesweit verschickt wurde, behauptet, es gäbe keinen Hinweis auf Gesundheitsgefahren durch Mobilfunk bei Einhaltung der Grenzwerte. Patienten sollten nicht beunruhigt werden, sondern sollten durch Hausärzte „aufgeklärt“ werden. Die beiden Wissenschaftler, auf die sich der Hausärzteverband unter Aussparung sämtlicher reichlich vorhandenen seriösen und kritischen Forschungen bezieht, sind bekannt als Vertreter einer industriefreundlichen Position.

Dem vorausgegangen ist u.a. eine Stellungnahme der Wiener Ärztekammer. In Reaktion auf die sich immer mehr häufenden Erkrankungen von Menschen im Zusammenhang mit Mobilfunkbelastung, in Kenntnis der sehr vielen unabhängigen Studien zu diesem Thema und zuletzt in Reaktion auf die europäische Reflexstudie, die schwere Zell- und Erbgutschäden bei Zellkulturen nach Mobilfunkbestrahlung ergab, hat die Wiener Ärztekammer deutlich auf die Gefahren des Mobilfunks hingewiesen. Erfreulicherweise hat sie bisher allen massiven Verleumdungen und Verunglimpfungen durch die Mobilfunkindustrie standgehalten.

Omega siehe hierzu "Ärztekammern und Mobilfunk" unter:
//omega.twoday.net/stories/1104181/


Meine Sorge ist, daß auch in Deutschland die Hausärzteverbände im Visier der Mobilfunkindustrie sind. Seitdem in Deutschland immer mehr ÄrztInnen, und da besonders hausärztlich tätige, Erkrankungen im Zusammenhang mit Mobilfunk-exposition beobachten und vor unkritischem Gebrauch warnen, hat die Industrie Ärzte als besonders wichtig für sie entdeckt. So werden deutschlandweit auch dieses Jahr vom „Informationszentrum Mobilfunk“ (IZMF) Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte zu Mobilfunk und Gesundheit durchgeführt. Höchst bedauerlicherweise weiterhin von Landesärztekammern mit Fortbildungspunkten belohnt. Dies, obwohl die Bundesärztekammer nach entsprechenden Anschreiben die Landesärztekammern darauf hinwies, daß das IMZF eine Einrichtung der Industrie zur Vermarktung der Mobilfunktechnik ist. „Die Landesärztekammern haben wir über den Sachverhalt informiert...und gehen davon aus, dass weitere Veranstaltungen des IZMF keine Anerkennung...der Ärztekammern erhalten.“ (Frau Dr. Engelbrecht, Bundesärztekammer, 26.10.05.)

Dr. Rapacholi, von der Mobilfunkindustrie direkt bezahlter Wissenschaftler, der bis vor kurzem in der WHO zuständig für Mobilfunk und Gesundheit war, hat mit der Autorität der WHO Anweisungen an Regierungen und an Ärzte herausgegeben. Danach soll z.B. der Begriff der Elektrosensibilität aus den Diagnosen gestrichen werden. Menschen, die an den Folgen von elektromagnetischen Feldern erkranken, sollen auf andere Ursachen wie Rauchen, Stress usw. behandelt werden und Ärzte sollen dafür speziell ausgebildet werden, um nötigenfalls mit Verhaltenstherapie und Psychopharmaka zu therapieren.

Genau darauf laufen die Fortbildungsveranstaltungen des IZMF und der Tenor der Broschüre des österreichischen Hausärzteverbandes hinaus.

Meine dringende Bitte an Sie als Vertreter der ÄrztInnen, die als HausärztInnen besonders mit der Problematik zu tun haben:

Lassen Sie sich nicht vor diesen Karren spannen. Bleiben Sie dem ärztlichen Auftrag unabhängig von Industrieinteressen treu.

Informieren Sie sich und Ihre Mitglieder über die Gefahren der Mobilfunktechnik aus unabhängigen und kritischen Quellen.

Machen Sie sich in den Landesärztekammern stark, dass keine Fortbildungspunkte für IZMF – Veranstaltungen vergeben werden.

Lassen Sie mich stichwortartig einige Punkte in Erinnerung bringen:

--- Der Nachweis von nicht-thermischen schädigenden Wirkungen durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks ist seit Jahrzehnten wissenschaftlich belegt und wird aktuell immer wieder bestätigt. (Hecht, Semm, Salford, Carlo, Neil Cherry, Verschaeve, v. Klitzing, Warnke u.v.a. S.a.Reflexstudie, TNO-Studie, aktuelle Untersuchungen des Max Planck Instituts an Grenzflächenmembranen. usw.)

--- Die offiziellen Grenzwerte haben keinerlei Bezug zu den schädigenden biologischen nicht thermischen Wirkungen des Mobilfunks. Sie beziehen sich ausschließlich auf Gewebserwärmung. Sie wurden von einem privaten Verein industriefreundlicher Ingenieure und Physiker aufgestellt (ICNIRP) und in Personalunion in den politischen Entscheidungsgremien durchgesetzt. Sie haben – entgegen allen stereotyp wiederholten Behauptungen der Industrie - überhaupt keinen Bezug zum Gesundheitsschutz außer in bezug auf äußerst grobe Überwärmung.

--- Auf jede kritische Studie erscheint prompt und medienwirksam eine Gegendarstellung der „Experten“, meist mit einer Diffamierung der Autoren verbunden, evtl. eine Nachstellung der Studie, die dann keine negativen Ergebnisse bringt. So wird der Eindruck erweckt, es gäbe noch keinen wissenschaftlichen Nachweis, allenfalls kontroverse Meinungen.

--- Von staatlichen Stellen ist leider keine andere Position zu erwarten. Die Regierungen haben die Mobilfunkbranche zum Konjunkturmotor erklärt und durch die 50 Milliarden € für die Lizenzvergabe zu UMTS eine Bringschuld an die Industrie.

Über eine kurze Antwort freue ich mich. Für weitere Informationen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.


Mit kollegialen Grüßen,

Ihr
Arnulf Göbel - BI Waidesgrund -

P.S.: Da ich nur von einem sehr geringen Teil der ärztlichen Kollegen im Raum Fulda die email-Adressen habe/kenne, bitte ich Sie alle, sofern diese meine o.g. Ansichten unterstützen, dieses Schreiben auch noch gerne an andere weiterzuleiten ! - Danke !


Dr.med. Arnulf Göbel
* Bergstrasse 39 *
D-36100 PETERSBERG
+49-175-9300019 *
medicusarnulf@web.de

--------

Ärzteappelle gegen Mobilfunk
//omega.twoday.net/stories/1064751/

Ignoranz vorhandener Wissenschaft
//freepage.twoday.net/stories/2941628/



//omega.twoday.net/search?q=Fortbildung
//omega.twoday.net/topics/Wissenschaft+zu+Mobilfunk/
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