14
Sep
2005

Kunde ist Architekt des Netzes

Geplanter Mobilfunk-Sendemast in Straubenhardt stößt bei Informationsveranstaltung auf den Widerstand vieler Bürger.

Unter den Bürgern umstritten ist der geplante Mobilfunk-Sendemast in Straubenhardt. Beim Informationsabend am Montag wurde in der Festhalle Feldrennach über Pro und Kontra heftig diskutiert.

STRAUBENHARDT. Ist der Mobilfunk ein „selbstverständlicher Teil der Infrastruktur“ oder verursacht die Strahlung von Sendeanlagen und Handys bei Menschen mehr gesundheitliche Schäden als nur „Hirnsausen“?

Hochkarätige Fachleute versuchten am Montagabend diese und andere Fragen in der Turn- und Festhalle Feldrennach zu beantworten. Bürgermeister Willi Rutschmann hatte gemeinsam mit der Umweltgruppe Straubenhardt zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Mobilfunk eingeladen.

Die vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene Verpachtung eines kommunalen Grundstücks zwischen Feldrennach und Ittersbach, auf dem die „Deutsche Funkturm AG“ (DFG) einen 30 Meter hohen Mobilfunk-Sendemast errichten möchte, hatte für Unruhe unter den Bürgern der betroffenen Straubenhardter Ortsteile gesorgt (die PZ hat berichtet).

Während das Podium mit Philipp Kornstädt vom Anbieter T-Mobile, Holger Völkner vom Mastbauer DFG und den Mobilfunk-Skeptikern Claus Scheingraber und Volker Schorpp paritätisch besetzt war, saßen unter den rund 160 Zuhörern offensichtlich mehr Mobilfunkgegner, als -befürworter. Entsprechend emotional verlief die Diskussionsrunde, die nach den Fachvorträgen der Referenten von PZ-Redakteur Holger Knöferl moderiert wurde.

Der neue Sendemast sei unbedingt notwendig, um die Mobilfunk-versorgung in allen Straubenhardter Ortsteilen zu allen Tageszeiten zu gewährleisten, so der Tenor des T-Mobile-Vertreters. Die bisherigen vier Antennen-Standorte reichten für das gestiegene Gesprächsaufkommen nicht mehr aus, Kunden würden sich bereits über zu schlechte Verbindungen beschweren.

Gefühl von Krankheit

Vor den Gefahren gesundheitlicher Schädigungen durch die elektromagnetischen Felder von Antennen und Handys warnten dagegen der Münchner Arzt und Vorsitzender des Arbeitskreises Elektrobiologie Claus Scheingraber und der Physiker Volker Schorpp aus Bietigheim bei Rastatt, der sich selbst als „Mobilfunkgeschädigter“ bezeichnet.

Mehrere Mobilfunksender hätten sein „Leben dramatisch verändert“, so Schorpp. Unwohlsein, Tinitus, „Hirnsausen“, das „Gefühl, krank zu sein“, seien die Folgen.

Scheingraber, der sich nach eigenen Worten seit 19 Jahren die Auswirkungen von Elektrosmog auf den Menschen untersucht, wollte schädliche Auswirkungen auf den Organismus nicht ausschließen. Dafür sprächen diverse Gutachten.

Gutachten hätten aber auch bescheinigt, dass der Mobilfunk nach derzeitigen Erkenntnissen keinerlei Risiken für die Menschen mit sich bringe, konterte T-Mobile-Vertreter Kornstädt: „Wir müssen uns hier auf den Tenor der Wissenschaft verlassen.“ Mobilfunk sei sicher, zumal die Grenzwerte, die bei der elektromagnetischen Abstrahlung von den Netzbetreibern eingehalten werden müssen, „von der Politik festgelegt“ wurden. Schließlich seien „die Kunden die Architekten des Mobilfunknetzes“. Je mehr Handy-Telefonate geführt werden, desto dichter müsse das Antennen-Netz ausgebaut werden, um störungsfreie Verbindungen zu gewährleisten.

Omega das stimmt nicht. Mobilfunk ist nicht sicher und bringt nach derzeitigen Erkenntnissen große Risiken für die Menschen. Siehe "Wissenschaft und Mobilfunk" unter: //omega.twoday.net/stories/293807/

Antworten schuldig geblieben

Dieser Argumentation mochte sich jedoch ein Großteil der Bürger in der Festhalle nicht anschließen. Die Zuhörer interessierten sich vor allem über mögliche Auswirkungen des geplanten Sendemastes auf ihr Wohlbefinden. Hier blieben die Experten eindeutige Antworten schuldig. Das sei abhängig vom „persönlichen Wohlfühlfaktor“ jedes einzelnen Menschen.

Trotz positivem Votum des Gemeinderates hat Straubenhardts Bürgermeister Willi Rutschmann den Pachtvertrag mit der DFG noch nicht unterzeichnet. Wie es in Sachen Mobilfunk-Sender weitergehen soll, wollte sich der Schultes am Montagabend noch nicht entlocken lassen.

Erstellt am: 14.09.2005

//www.pz-news.de/region/neu/73308/
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