Verfolgungsbetreuung
Aussortieren statt Eingliedern! Sozialarbeit bekommt im Zeitalter der „Reformen" eine neue Funktion. Wurde sie bislang als Instrument sozialer Eingliederung verstanden, entwickelt sie sich nun rasant zum Medium sozialer Exklusion. Ursprünglich sollte Sozialarbeit Elend verhindern, mindern oder gar beenden, tatsächlich hat sie es wohl nur verwaltet. Künftig aber wird sie Elend mitbegründen!
Mit „Hartz IV" wird ab 2005 nämlich die „Verfolgungsbetreuung" boomen – und Sozialarbeiter werden dieses Spiel um den Preis eigener Arbeitsplatzsicherheit mitspielen. Aus Kiel erfahre ich, dass der Wettlauf der „Träger" um den Zuschlag für die Zwangsberatungen (zum Beispiel im Suchthilfebereich) schon begonnen hat.
Man erwartet reichlich „Klienten" (die man besser „Getriebene" nennt) für das kommende Jahr. Die werden von ihren „Fallmanagern" der „Agentur für Arbeit" dazu verdonnert, sobald auch nur der Hauch eines „Verdachtes" auf psychische Probleme (egal ob Depression oder Sucht) besteht. Denn „sowas" vermindert in der offiziellen Lesart die Chancen auf Vermittlung in Arbeit. Was vielleicht sogar stimmen würde, wenn es Lohnarbeit für alle gäbe. Gibt es aber nicht...
Diese Zwangsklienten werden also in diejenigen Beratungsstellen strömen, die den finanziell lukrativen Zuschlag ergattert haben. Und dann wird beraten und therapiert, dass die Schwarte kracht. Erfolglos natürlich, denn es ist eine uralte psychologische Binsenweisheit, dass Veränderung durch Therapie oder Beratung (wenn überhaupt) nur auf Basis von freiwilliger Beteiligung der Klienten funktioniert. Macht aber nix, denn Therapieerfolge würden eh nur die Arbeitslosenstatistik versauen. Also ist Erfolglosigkeit klammheimlich „erwünscht". Denn dann können die Untherapierbaren „begründet" aussortiert werden in das wachsende Heer der völlig Überflüssigen. Und Sozialarbeiter sind bei diesem Exklusionprozess die Sortierer.
Montag, 18.10.2004
Jürgen Oetting
http://oet.blogg.de/eintrag.php?id=1
--------
Arbeitszwang - Arbeitsverpflichtung
http://omega.twoday.net/stories/480927/
--------
Hartz IV - ALG II - Ein-Euro Jobs - Zwangsarbeit - Verfolgungsbetreuung
Zitat zum Thema "Verfolgungsbetreuung:
Langzeitarbeitslose wünschen sich nach Inkrafttreten von Hartz IV wahrscheinlich lieber einen Knastaufenthalt: da werden sie mit Essen versorgt, haben ein Dach überm Kopf und werden im Rahmen der Resozialisierung möglicherweise humaner behandelt als künftige 1-Euro-Jobber. - Vor allem aber fühlen sie sich trotz Gitter vorm Fenster freier, weil sie nicht permanent von der Bundesagentur für
Arbeit terrorisiert werden."
Aus: Deutscher Einheit(z)-Textdienst von Werner Lutz 12/2004
Quelle: http://omega.twoday.net/stories/425357/
--------
Hartz IV und der neue Arbeitsdienst
Einschätzung der Antifa-AG der Uni Hannover
http://antifa.unihannover.tripod.com/zwangsarbeit.html
1-Euro-Jobs - vom Verarmungsprogramm Hartz IV profitieren
http://omega.twoday.net/stories/490249/
Mit „Hartz IV" wird ab 2005 nämlich die „Verfolgungsbetreuung" boomen – und Sozialarbeiter werden dieses Spiel um den Preis eigener Arbeitsplatzsicherheit mitspielen. Aus Kiel erfahre ich, dass der Wettlauf der „Träger" um den Zuschlag für die Zwangsberatungen (zum Beispiel im Suchthilfebereich) schon begonnen hat.
Man erwartet reichlich „Klienten" (die man besser „Getriebene" nennt) für das kommende Jahr. Die werden von ihren „Fallmanagern" der „Agentur für Arbeit" dazu verdonnert, sobald auch nur der Hauch eines „Verdachtes" auf psychische Probleme (egal ob Depression oder Sucht) besteht. Denn „sowas" vermindert in der offiziellen Lesart die Chancen auf Vermittlung in Arbeit. Was vielleicht sogar stimmen würde, wenn es Lohnarbeit für alle gäbe. Gibt es aber nicht...
Diese Zwangsklienten werden also in diejenigen Beratungsstellen strömen, die den finanziell lukrativen Zuschlag ergattert haben. Und dann wird beraten und therapiert, dass die Schwarte kracht. Erfolglos natürlich, denn es ist eine uralte psychologische Binsenweisheit, dass Veränderung durch Therapie oder Beratung (wenn überhaupt) nur auf Basis von freiwilliger Beteiligung der Klienten funktioniert. Macht aber nix, denn Therapieerfolge würden eh nur die Arbeitslosenstatistik versauen. Also ist Erfolglosigkeit klammheimlich „erwünscht". Denn dann können die Untherapierbaren „begründet" aussortiert werden in das wachsende Heer der völlig Überflüssigen. Und Sozialarbeiter sind bei diesem Exklusionprozess die Sortierer.
Montag, 18.10.2004
Jürgen Oetting
http://oet.blogg.de/eintrag.php?id=1
--------
Arbeitszwang - Arbeitsverpflichtung
http://omega.twoday.net/stories/480927/
--------
Hartz IV - ALG II - Ein-Euro Jobs - Zwangsarbeit - Verfolgungsbetreuung
Zitat zum Thema "Verfolgungsbetreuung:
Langzeitarbeitslose wünschen sich nach Inkrafttreten von Hartz IV wahrscheinlich lieber einen Knastaufenthalt: da werden sie mit Essen versorgt, haben ein Dach überm Kopf und werden im Rahmen der Resozialisierung möglicherweise humaner behandelt als künftige 1-Euro-Jobber. - Vor allem aber fühlen sie sich trotz Gitter vorm Fenster freier, weil sie nicht permanent von der Bundesagentur für
Arbeit terrorisiert werden."
Aus: Deutscher Einheit(z)-Textdienst von Werner Lutz 12/2004
Quelle: http://omega.twoday.net/stories/425357/
--------
Hartz IV und der neue Arbeitsdienst
Einschätzung der Antifa-AG der Uni Hannover
http://antifa.unihannover.tripod.com/zwangsarbeit.html
1-Euro-Jobs - vom Verarmungsprogramm Hartz IV profitieren
http://omega.twoday.net/stories/490249/
Starmail - 19. Okt, 14:40