30
Sep
2005

Traunreut: Mobilfunkverträge nicht verlängern

Traunreut. 17 Jahre lang den Strahlen von Mobilfunksendeanlagen ausgesetzt zu sein, ist nach Ansicht der Piracher Bürger genug. Sie protestierten deshalb bei der Stadt Traunreut gegen eine Vertragsverlängerung der Sendeanlagen auf dem Piracher Wasserturm. Etwa 40 Piracher und Umweltvertreter wandten sich am Dienstagabend an Bürgermeister Franz Parzinger, die bestehenden Verträge nicht mehr zu verlängern und beide Anlagen zum Jahre 2010 zu kündigen.

Mit Kind und Kegel waren die Piracher im Traunreuter Rathaus erschienen, um sich ihre Sorgen und Nöte von der Seele zu reden. In einem Schreiben, das der Sprecher der Piracher Bürger, Reinhold Schopf, an Bürgermeister Parzinger übergab, wird darum gebeten, die bestehenden Verträge nicht mehr zu verlängern. Die Bürger befürchten, "dass ihre Gesundheit und Lebensqualität von der Stadt Traunreut hinter die Mieteinnahmen aus dem Betrieb der Sendeanlagen gestellt wird."

Ihrer Ansicht nach, könne auf beide Anlagen verzichtet werden, da sich zirka 800 Meter nördlich des Ortes eine weitere Sendeanlage befinde. Mit Nachdruck betonen sie, keineswegs einen Alternativstandort zu unterstützen. "Wir möchten nicht verantwortlich sein, dass andere diejenigen Gesundheitsbeeinträchtigungen erleiden, wie diese bei uns jetzt vorhanden sind."

Die Sendeanlagen, gegen die die Piracher von Vorneherein massiven Protest eingelegt haben, der bislang aber nie gefruchtet hat, sind seit 1993 auf dem Piracher Wasserturm installiert. Besitzer des Turms ist die Stadt Traunreut, er steht aber auf Trostberger Gemeindegebiet. Die Verträge hierfür laufen zwar erst 2010 aus, die Piracher Bürger wollen aber erfahren haben, dass die Betreiber vor einigen Monaten in der Stadt Traunreut bezüglich einer Vertragsverlängerung angefragt haben, was Bürgermeister Parzinger in dem Gespräch im Rathaus auch bestätigte.

Deshalb wandten sie sich an beide Kommunen, mit der Bitte, den Sendestandort nicht über das Jahr 2010 hinaus zu betreiben. Die Stadt Trostberg, vertreten durch Bürgermeister Ignaz Sperger, hat sich per Stadtratsbeschluss, über den Traunreut auch informiert wurde, gegen eine Vertragsverlängerung ausgesprochen. Diese Zusage hat die Bürger zunächst veranlasst, die Proteste einzustellen. Man dachte: "Zähne zusammenbeißen und bis 2010 durchhalten."

Immerhin sei man bis dahin 17 Jahre lang den schädlichen Strahlen ausgesetzt, mit dessen Auswirkungen viele zu kämpfen hätten. Die gesundheitlichen Vorfälle, die sich im Dorf seit der Installation der Antennen ereigneten, würden auch aktuelle Studien immer wieder bestätigen, so die besorgten Bürger. Nachdem sich Traunreut bisher nicht zu einer Aufgabe des Sendestandortes geäußert hat, bat man um das Gespräch mit Bürgermeister Parzinger.

Das einstündige Gespräch im Traunreuter Sitzungssaal verlief zwar mitunter emotional aber sehr sachlich. Eine zufriedenstellende Antwort konnten die Piracher jedoch nicht mit nach Hause nehmen. Die Vertragsverlängerung liegt nämlich ausschließlich in den Händen des Werkausschusses.

Wie Parzinger erklärte, hätten die acht Werkausschussmitglieder in nichtöffentlicher Sitzung darüber zu entscheiden, ob die Verträge verlängert werden oder nicht. Die Verträge laufen zwar erst 2010 aus, doch noch im Herbst wolle sich der Werkausschuss mit dieser Thematik befassen, so Parzinger. Er versicherte, die Einwände der Piracher dem Ausschuss mitzuteilen, inklusive dem Schreiben.

Er riet den Bürgern, zunächst das Gespräch mit den Betreibern zu suchen, was denn grundsätzlich geplant sei. Hier gelte es zu bedenken, welche Alternativen stellen diese in Aussicht. Die Alternative eines eigenen Mastens in Pirach wäre wohl die Schlechteste.

Dass derartige Verträge hinter verschlossenen Türen behandelt werden, ist für die Piracher nicht nachvollziehbar. Auch die Tatsache, dass acht Personen über 80 Köpfe hinweg über deren Gesundheit bestimmen, rief Unmut hervor. Es sei deprimierend und unfair, die Verantwortung auf acht Personen abzuschieben. "Hat denn keiner ein Gewissen hier in Traunreut?"

Dem allgemeinen Wunsch, eine Ausnahme zu machen und die Betroffenen mit an der Sitzung teilhaben zu lassen, wollte Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger aus Sicht der Gemeindeordnung nicht mittragen. Es bestehe aber die Möglichkeit, über die Homepage der Stadt Traunreut, in der die Mitglieder namentlich aufgeführt sind, Kontakt zu den Werkausschussmitgliedern aufzunehmen. Außerdem sitze Stadtrat Martin Czepan (Grüne), der bei dem Gespräch mit dabei war und vorschlug, den Sprecher der Piracher in der nichtöffentlichen Sitzung zu Wort kommen zu lassen, als Vertreter im Werkausschuss.

Der Sprecher stützte sich auch auf die Aussage des ehemaligen Traunreuter Bürgermeisters Eduard Wiesmann, dem das Vorhaben seinerzeit offenbar schon Kopfzerbrechen bereitet haben soll, woran sich auch Stadtrat Paul Obermeier (ABU) noch erinnern kann. Demnach soll Wiesmann versprochen haben, die Verträge nach Ablauf nicht mehr zu verlängern. Dieses "Versprechen" will sein Amtsnachfolger ebenfalls dem Werkausschuss vortragen.

Schopf stützte sich auf einen Gemeinderatsbeschluss der Gemeinde Seeon-Seebruck, die in Sachen Antennen seiner Ansicht nach ein positives Zeichen gesetzt habe und mit gutem Beispiel vorangehe. Der Gemeinderat der Chiemseegemeinde hat beschlossen, keine gemeindlichen Gebäude für Mobilfunkantennen zur Verfügung zu stellen.

Würde sich die Stadt Traunreut auch dazu durchringen, würde sie zwar ein Zeichen setzen, das grundsätzliche Problem, dass unter dem Einfluss hochfrequentierter elektromagnetischer Felder gesundheitliche Schäden auftreten können, könne damit aber nicht gelöst werden. ga

29.09.2005

//www.chiemgau-online.de/lokalnachrichten/text.php?satz=8934


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