Globalisierung

7
Aug
2004

Globalisierungskritiker besetzen Vodafone-Filiale in Dresden

Demonstranten erklärten Geschäft vorübergehend zum "sozialen Zentrum"

Dresden (epd). Etwa 100 Globalisierungskritiker haben am 3. August in der Dresdner Innenstadt eine Filiale des Mobilfunkanbieters Vodafone besetzt. Die Aktion richte sich gegen die "Bilanztricks", mit denen das Unternehmen mehr als 20 Milliarden Euro Steuern sparen will, sagte Attac-Pressesprecher Malte Kreutzfeldt dem epd.

In Dresden findet seit 30. Juli die dritte bundesweite Attac-Sommerakademie mit über 200 Veranstaltungen und rund 500 angemeldeten Teilnehmern statt.

Bei der Aktion, die ohne Auseinandersetzung verlief und nach rund zwei Stunden beendet wurde, enthüllten Demonstranten mehrere Spruchbänder. Auf ihnen hieß es unter anderem: "Einsparung durch Hartz IV 4 Milliarden Euro - Vodafone-Steuerklau 20 Milliarden". Vor der vorübergehend zum "sozialen Zentrum" erklärten Vodafone-Filiale verteilten Aktivisten Getränke und Kuchen. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac protestiert seit Anfang Juli in einer bundesweiten Kampagne gegen die Steuerpläne des Mobilfunkanbieters. (4125/03.08.2004)

http://www.epd.de/ost/ost_index_29728.html


Nachricht von der BI Bad Dürkheim

28
Jul
2004

Globalization's Coming

Back to the 19th Century: Wake Up! Globalization's Coming:

Get to work, Americans! Globalization is coming home to roost, and you're going to be getting very, very busy, with no rest in your dotage...

http://www.counterpunch.org/lindorff07272004.html


From Information Clearing House

16
Jul
2004

Viele Länder ärmer als vor zehn Jahren

UN-Bericht: Viele Länder ärmer als vor zehn Jahren

Berlin (dpa) - In vielen Teilen der Welt ist der Lebensstandard heute niedriger als im Jahr 1990. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde, ist der Durchschnittsbürger in 46 Ländern der Welt heute ärmer als in den neunziger Jahren.

Nach dem «Human Development Index» (HDI), der sich vorwiegend über das Pro-Kopf-Einkommen, die Lebenserwartung und den Bildungsstand der Bevölkerung errechnet, haben seit 1990 weltweit 20 Ländern einen Entwicklungsrückschritt zu beklagen. Damit sei der Index in einer größeren Anzahl von Ländern gesunken als je zuvor, heißt es im Jahresbericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP).

Betroffen seien in erster Linie die Länder im südlichen Afrika. So sei etwa die Lebenserwartung - vor allem durch die Ausbreitung von Aids - in acht afrikanischen Ländern auf 40 Jahre oder weniger gesunken.

Dadurch stehen auch die so genannten Millenniumsziele zur Bekämpfung von Armut, Krankheit und Analphabetismus in Frage, die die Staats- und Regierungschefs beim UN-Gipfel 2000 beschlossen hatten. Beim derzeitige Entwicklungstempo würde das Ziel, allen Kindern eine grundlegende Schulbildung zu gewähren, statt 2015 erst im Jahr 2129 erreicht, heißt es im UN-Bericht. Die Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel würde erst im Jahr 2106 verwirklicht.

Bevor die Millenniumsziele erreichen werden könne, müsse die Welt aber eine «integrative, kulturell vielfältige Gesellschaft» schaffen, schreibt UNDP-Administrator Mark Malloch Brown im Vorwort. Daher gibt der Bericht Handlungsempfehlungen, mit denen die Unterdrückung und Ausgrenzung ethnischer Minderheiten bekämpft werden sollen. Sie reichen von einer zweisprachigen Bildung bis hin zur doppelten Staatsbürgerschaft. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, Entwicklung sei «ein Prozess der Erweiterung der Wahlmöglichkeiten von Menschen».

Die größte Lebensqualität unter 177 untersuchten Ländern hat nach wie vor Norwegen. Mit dem höchsten HDI-Wert führen die Norweger vor Schweden, Australien, Kanada und den Niederlanden. Deutschland belegt derzeit den 19. Rang. Beim Pro-Kopf-Einkommen liegt Deutschland mit durchschnittlich 27 100 US-Dollar pro Jahr sogar auf dem 14. Platz. Bei der Gleichberechtigung hat Deutschland hingegen Nachholbedarf: Beim Einkommen der Frauen im Vergleich zum Gehalt der Männer belegen die Deutschen hinter der Ukraine und Kolumbien nur den 83. Platz.

Informant: Norbert Schneider

18
Jun
2004

Outsourcen und andere Kosteneinsparung

In regelmässigen Abständen jagen Nachrichtenmeldungen durch die Medienwelt, in denen von Verlagerungen, Kosteneinsparungen und Effektivitätssteigerungen geschrieben wird. Heute unverzichtbar, wenn man den Wirtschaftsbossen glauben kann.

Ja, allgemein die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland, oder speziell vor 14 Jahren in den Osten Deutschlands, heute nach Polen, um dort einen Teil der neuen Maschinen und anderen Investitionen als Zuschuss geschenkt zu bekommen, und zum anderen, durch die neuen Anlagen einen wesentlich kleineren Mitarbeiterbedarf bei gesteigerter Produktivität zu erreichen, um dann die ursprünglichen Arbeitsstätten zu schliesen, ist einen Erscheinung, die sehr wohl als modern, und oft als unausweichlich verkauft wird.

Doch wer bekommt dann die Lohnzahlung und wie kann der Empfänger des Gehaltes damit die Produkte erwerben?

Und wo werden dann die Gewinne versteuert, die Umsätze mit den Zulieferern gemacht?

Was früher nur bei den mechanischen Produkten oder der Softwarebranche bekannt war, und vor langem in den Medien die passende Aufmerksamkeit durch die Gegenaktion "Kinder statt Inder" zu fraglichen Rum aufgestiegen war, zieht jetzt auf neue Ebenen um.

Siemens will, Verwaltung und Management verlagern, da spart man enorm Kosten sagen sie und die "human ressources" in diesem, unserem Land sind der kostentreibende Faktor. Über die Leistungsfähigkeit selbst wird kein Wort verloren, die Arbeit selbst wird ungefragt erledigt.

Amerikanische HighTeck- Entwickler sitzen auf der Strasse, und haben gelernt, dass auch in Taiwan entwickelt und profitabel delegieren werden kann.

Können wir Bürger es uns leisten, dann weiter Siemens Produkte zu kaufen? Können oder sollen wir, oder müssen wir sogar aufgrund des allgemein berechtigten Sparanforderungen überhaupt verzichten, die preiswertesten Produkte en masse zu konsumieren?

Erst lernten wir, dass Geiz geil sein, nun heist es: Kaufen, marsch, marsch.

Wie kann man bei diesem Ton als Fisch in der Masse, der mit dem Strom schwimmt, oder mehr treibt, manchmal auch schon tot, sich enthalten? Wer rennt nicht an die Front, wenn die eigenen Leute mit den Gewehren einem im Rücken sitzen?

Der Handymarkt wächst wieder um 30 %, Siemens hatte bei den Kommunikationstechnologien 50 % Umsatzzuwachs, und konnte sogar noch fast 5000 Mitarbeiter freistellen und die Anwohner der Sender wundern sich über die häufigen Krankheitsfälle unter ihnen.

Das ist ein Beispiel von erfolgreichem Wirtschaften, auf das wir, die Bürger nicht mehr verzichten sollten.

Doch weder ich- AGs und Arbeitslose, noch noch- Beschäftigte, und Dauerbeschäftigte- Versorgungsanspuchbezieher des Staats lassen sich so einfach auf ein Ziel ausrichten, so wie bei Siemens auf die Ertragssteigerung gepeilt wird.

Was wir jedoch alle zusammen können, denn wir, das Volk, sind ja der Staat, von uns geht alle Gewalt im Land aus und die Regierenden in Amt und Opposition vertreten nur unsere Interessen, können diese Interessenvertreter outsourcen um deren Effektivität und Produktivität zu steigern, den Apparat zu verschlanken und im ganzen damit erhebliche Kosten zu reduzieren um unser Bestehen in der globalisierten Welt zu sichern.

Warum Monat für Monat Sattelschlepper beladen, und alle Büros des EG- Palamentes über die Autobahn für Millionen von Euros rollen lassen, wenn wir diese gleich konzentriert in Tschechnien, Lettland oder besser nach Fernost, China böte sich auch hier an, zu für uns wesentlich besseren Gesamtkonditionen an einem Ort arbeiten zu lassen. Die Berliner Runde fliegt im Billigflieger hinterher.

Da könnten dann Milliarden eingespart werden. Da könnte die Praxisgebühr in einen Gutschein für den Biergarten, das Legoland oder den Ibizaflug umgewandelt werden, die Lohnnebenkosten und die Steuersätze enorm gesenkt werden, wie auch die Reisekostenerstattungen und die Wirtschaft hätte wieder ausreichend Luft in den Höhen des globalisierten Wirtschaftgebirges.

Warum die Krankenkosten in Deutschland verwalten, warum die Riesenberge von Steuerliteratur in Deutschland schreiben, die Prozesslawinen hier abarbeiten und für jedes Bundesland eigenen Lehrbücher, incl. Schreibschriften entwickeln, so dass ein hessisches Kind die Texte eines Thüringer 2 Klässers nicht lesen kann?

Ja, lasst uns die Verwaltung, den Wasserkopf im Land und der EG nach China verschiffen, lasst uns die Bürokratie in Containern gepackt exportieren, dann, spätestens dann, wird auch die chinesische Entwicklungwut, ob bei Kinderarbeit, Energieverbrauch oder Umweltverschmutzung verkümmern, und es bestehen sogar Chancen, dass wir durch diese innovationsfreudigen Mitbewohner dann die Chance haben, die letzten grossen Naturwälder des Planeten zu retten.

Noch viele Grüße aus Westhausen, solange es noch steht.

(Ja es gibt hier bereits Wüstungen in nächster Umgebung, und es werden nach ca. 20 jähriger Unterbrechung sicher wieder mehr) !

Bernd Schreiner
http://www.stoppschild.de

6
Jun
2004

Becoming Universal Citizens

The Department of Peace, the Space Preservation Treaty, and the Revolutionary Generation

by Kelly Joyce Neff

http://www.magicalblend.com/library/readingroom/articles/Kelly_J_Neff.html


Informant: ecologynews

26
Mai
2004

Alles Globale hat lokale Ursachen

Humonde 1/2004

„Alles Globale hat lokale Wurzeln“

Geseko von Lüpke im Gespräch mit der indischen Physikerin Dr. Vandana Shiva

Dr. Geseko von Lüpke, Dr. Vandana Shiva

Dr. Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1993, ist eine der wichtigsten Aktivistinnen im weltweiten Kampf gegen Globalisierung. Sie studierte Physik und arbeitete als Quantenphysikerin, bevor sie ihre Research Foundation for Science Technology and Ecology gründete. Mit verschiedenen von ihr mitbegründeten Massenbewegungen konzentrierte sich ihr Engagement besonders auf den Kampf gegen die Monopolisierung und gentechnische Manipulation des Saatgutes. In dem hier folgenden Gespräch liest sie den Globalisierern ebenso deutlich wie fundiert die Leviten, sieht aber in dem Prozess auch enorme Möglichkeiten, gerade weil das System schon sehr destabilisiert ist. Denn „die Wut darüber wächst, dass jede produktive Handlung irgendwo auf dem Planeten in das globale Wirtschaftssystem hineinpassen soll.“ Und dagegen protestieren ebenso global immer mehr empörte Menschen. Der einzige Weg aus dem Dilemma führe über weltweite lokale Lösungen, „weil es eigentlich überhaupt nichts gibt, was ausschließlich global wäre.“

Die folgende Abschrift wurde von der Redaktion gekürzt.

Vandana Shiva, wie lautet die Kritik am industriellen Wachstumssystem aus der Sicht der Dritten Welt?

Zuallererst sollte die westliche Welt anerkennen, wo ihr Reichtum herstammt und sich nicht länger selbst belügen. Aus der Sicht der ersten Welt ist ihr Reichtum das Produkt einer fast magischen Technologie und hoher Intelligenz. Für uns in der Dritten Welt ist der Reichtum des Westens die Folge der Kolonisierung, der Kontrolle über unsere Wirtschaft und der Sklaverei, bei der man die Bevölkerung eines halben Kontinents einfing, um sie auf Baumwollfeldern in Amerika arbeiten zu lassen. Das sind die Wurzeln dieses „magischen Erfolgs“. Wir zahlen heute noch die wirtschaftliche, menschliche, soziale, ökologische Zeche.

Welche wirtschaftliche Alternative schlagen Sie vor?

Der größte Fehler im westlichen Konzept sowohl des Wirtschaftens als auch in Wissenschaft und Technologie ist die Fragmentierung und Zersplitterung, bei der immer nur ein Teil des Gesamtbildes gesehen wird. Was von uns in Indien und von der gesamten globalisierungskritischen Bewegung heute abgelehnt wird, ist ein Wachstum, dass auf Zerstörung baut. Wir wollen ein Wachstum, bei dem man sich zuallererst einmal darüber klar wird, was es zerstört. Und wenn es dann ein wirkliches Wachstum sein soll, wird es so wenig wie möglich zerstören, weil es auf das baut, was existiert und nicht auf den Ruinen dessen, was einmal war.

Heißt das, unser westliches kulturelles Verständnis von Wachstum beruht auf einem Irrtum?

Es gibt zwei Ebenen der Definition des Wachstumsbegriffes. Und beide sind aus einem sehr patriarchalen Verständnis von Kapital entstanden. Zunächst einmal werden alle Tätigkeiten, die Menschen für ihre Selbstversorgung tun, vom Wachstumsbegriff ausgeschlossen. Das hat wesentlich zur Zerstörung sozialer Gemeinschaften beigetragen, denn es bedeutet, dass der größte Teil der außerordentlich produktiven Frauenarbeit einfach für unproduktiv erklärt wurde. Das gleiche gilt für all die Kleinbauern, die frei von irgendwelchen staatlichen Fördermitteln und ohne große Unternehmen im Rücken Subsistenzwirtschaft betreiben – sie tauchen in den Wachstumsstatistiken einfach nicht auf. Mit der Globalisierung ist eine Ebene entstanden, in der diese Sichtweise noch ausgeweitet wird. Denn nun will man uns glauben machen, dass Gesellschaften, deren Wirtschaftssysteme vorwiegend für die Bedürfnisse der eigenen Nation produzieren, nicht produktiv genug sind. Wachstum findet nach dieser Definition dann statt, wenn wir unsere Produkte auf dem internationalen Markt verkaufen und alles, was wir brauchen, aus anderen Nationen importieren. Damit wird letztlich das Gesetz des Marktes über das Gesetz des Lebens gestellt.

Welche Absicht steckt hinter dieser Mischung aus weltanschaulicher Fragmentierung und wirtschaftlicher Globalisierung, von der Sie sprechen?

Kontrolle! Die Absicht, alles zu kontrollieren, ist zugleich das, was am meisten zerstört. Das ist umso absurder, weil wirkliche Kontrolle völlig unmöglich ist. Man kann durch Manipulation keine Kontrolle erlangen. Die Ökologie hat uns lernen lassen, dass der einzige Weg zur Kontrolle über die Selbstkontrolle führt. Das heißt, dass die Gesellschaften in die Lage versetzt werden müssen, ihre Lebensbedingungen zu kontrollieren. Wenn man ihnen diese Möglichkeiten nimmt, verändert sich die ganze demokratische Struktur. Ein gutes Beispiel ist die Geburtenkontrolle: Da ist Selbstkontrolle und individuelle Entscheidungsfreiheit der einzige Weg. Aber sie ist nicht möglich, solange die Menschen nicht die freie Verfügungsgewalt über ihr Land und ihre Lebensbedingungen haben. Man kann den Menschen keine Selbstkontrolle über die Fortpflanzung geben, wenn man sie ihnen auf dem Gebiet ihrer lokalen Ökonomie und der Warenproduktion verweigert, denn was in einem Gesellschaftssystem reproduziert wird, sind ja nicht nur biologische Organismen, sondern soziale Strukturen, die ganze Gesellschaft wird reproduziert. Und wenn ein großer Teil einer Gesellschaft in unsicheren Verhältnissen lebt, dann entstehen automatisch alle möglichen demographischen Probleme. In den Ländern des Nordens haben wir zu wenig Kinder für die gesellschaftliche Produktion, in den Ländern des Südens zu viele. Gäbe es Sicherheit, würde sich das in der Mitte einpendeln. Deshalb bin ich mir ganz sicher, dass die bisherige Politik der Geburtenkontrolle zu nichts führt. All die Millionen Dollar, die man dafür ausgibt, werden in den Sand gesetzt werden, weil sie das zentrale Problem übersehen. Und das ist die Freiheit der Individuen, Gesellschaften und sozialen Gruppen, sich selbst zu organisieren.

Auf welchen Mythos baut das gegenwärtige System?

Ich glaube, der grundlegende Mythos ist immer der Schöpfungsmythos. Der Schöpfungsmythos, dem wir heute folgen, erkennt nicht an, dass Schöpfung eine Eigenschaft der Natur ist und dass sie sich im Rahmen einer viel größeren Ordnung als der menschlichen vollzieht. Er verneint letztlich auch, dass es die Frauen sind, die das Leben geben. Er hat zutiefst patriarchale Wurzeln und behauptet, dass es sich bei allen zerstörerischen Handlungen dieser patriarchalen Gesellschaft um kreative, schöpferische Akte handelt. Sei es die Bombardierung anderer Länder, das Versprühen von Insektiziden, die Erfindung neuer Pestizide oder die Erschaffung neuer genmanipulierter Organismen, die letztlich die biologische Vielfalt gefährden. All diese zerstörerischen Akte werden als schöpferische Taten gefeiert. Das ist eine zutiefst partiarchale Verhaltensweise, die im sozialen Alltag in dieser Form kaum gelebt werden kann. Aber im Zusammenhang mit der Kontrolle über Geldströme und Kapital wird sie möglich. Deshalb geht sie Hand in Hand mit dem Kapitalismus. Der partiarchale Kapitalismus ist aus meiner Sicht der grundlegende Mythos der Gegenwart. Mit seiner Hilfe wird nicht nur die Natur kontrolliert, sondern auch das weibliche Geschlecht und der menschliche Geist.

Wenn Sie von der Kontrolle durch einen patriarchalen Kapitalismus reden, klingt das nach einem durch und durch kolonialistischen Prinzip. Haben wir den Kolonialismus noch nicht überwunden?

Der Kolonialismus ist alles andere als überwunden. Wir sind heute Zeugen einer neuen Kolonialisierung durch die Globalisierung. Nur die Begriffe haben sich geändert. Denn die Grundmuster der Dominanz westlicher Mächte über nichtwestliche Mächte sind die gleichen. Was hinzu kam, ist die Kolonisierung des Lebens selbst. Das konnte der alte Kolonialismus noch nicht, weil er noch nicht über die Technologie der modernen genetischen Manipulation des Lebens verfügte. Was damit heute kolonisiert wird, sind die inneren Räume aller Lebewesen – der Menschen, der Tiere, der Pflanzen. Neben all den Methoden des alten Kolonialismus handelt es sich bei dieser neuen Form zusätzlich noch um die Kolonisierung der evolutionären Zukunft. Diese Kolonialisierung verwehrt uns Zukunft!

Auf welchen Ebenen muss der Wandel stattfinden?

Aus meiner Sicht geht es um die Auseinandersetzung mit drei Formen der Kolonisierung. Das ist zunächst die Kolonisierung der Natur, die zur ökologischen Krise geführt hat. Das ist zweitens die Kolonisierung der Frauen, die zum Geschlechterkrieg und der Unterdrückung der Frauen geführt hat. Und drittens geht es natürlich um die Überwindung der fortgesetzten Kolonisierung nicht-westlicher Kulturen, die zum „Dritte-Welt-Problem“ geführt haben. Diese drei Probleme können nur gemeinsam gelöst werden. Wir müssen begreifen, dass wir Teil einer größeren evolutionären Familie sind und keine privilegierte Spezies. Wenn wir aufhören, die Natur zu kolonisieren, beenden wir auch die ökologische Krise. Das gleiche gilt für die Kolonisierung der Frauen. Wenn Männer in Industriesystemen die Werte vorgeben und Frauen zum untergeordneten Geschlecht erklären, wird jede kreative Form weiblicher Produktivität und Selbstversorgung für unproduktiv erklärt. Dieses Muster wendet man dann genauso auf ländliche Gesellschaften an. Selbst wenn Frauen auf dem Land zwanzig Stunden am Tag arbeiten, wird ihre Leistung für die Gemeinschaft nicht ins Sozialprodukt einbezogen und gilt als unproduktiv, einfach weil sie nicht den Kriterien des Kapitals genügt. Und all das basiert auf den traditionellen Formen der Kolonialisierung über ganze Kulturen, Land, Bodenschätze und biologischen Ressourcen, die wir nach wie vor haben.

Diese Verbindung von feministischen und ökologischen Ansätzen hat Sie zu einer der wichtigsten Vertreterinnen des „Ökofeminismus“ gemacht. Was bedeutet das für Sie?

In der ökologischen Bewegung geht es darum, die Natur und ihre Rechte ernst zu nehmen und ihre Bedeutung nicht mehr länger daran zu bemessen, welchen finanziellen Wert sie für ein paar industrialisierte Männer hat. Diese Einsichten sind Teil meiner persönlichen Geschichte, sie sind die Basis dessen, was ich heute bin und tue. Deshalb nehme ich es auch sehr ernst, dass eine große Zahl ökologischer Aktivisten Frauen sind, während die Führungspositionen der Bewegung primär von Männern besetzt sind. Da stimmt etwas nicht, ebenso wie in der Frauenbewegung: Ein Feminismus, der nicht ökologisch ist, reicht mir genauso wenig wie eine Ökologie, die nicht radikal genug ist, die Strukturen der menschlichen Beziehungen zu verändern. Da muss beides Hand in Hand gehen.

Heißt das, das Engagement für den Wandel muss gleichermaßen auf der persönlichen wie der politisch-gesellschaftlichen Ebene erbracht werden?

Wir können nur erschaffen, was wir selber sind. Was in dieser globalen Widerstandsbewegung aber bereits zu erkennen ist, das ist ein ganz anderes Verständnis von Macht und Kraft. Die alte Definition vom Macht nenne ich patriarchale Macht. Das heißt nicht, dass jeder Mann sie in sich trägt, sondern dass sich die Gesellschaftsstruktur an einem bestimmten Männerbild orientiert hat, dessen zentrale Werte Überlegenheit und Dominanz sind und daraus das Recht ableitet, alle zu unterwerfen, die nicht aggressiv, zerstörerisch und dominierend sein wollen. Wir müssen den Begriff der Macht also kulturell neu definieren: Wirkliche Macht kommt von innen. Wirkliche Macht wendet sich gegen jede Form von Unterdrückung. Wirkliche Macht stärkt den anderen und stärkt einen selbst, anstatt auf die Vernichtung anderer zu bauen. Bäume entstehen aus Samen und erneuern sich selbst. Gras wächst jedes Jahr neu. Flüsse füllen sich immer wieder neu. Und der Wasserkreislauf funktioniert ohne jedes menschliche Zutun von allein. Diese enorme Aktivität ist die kreative Kraft der Natur. In Indien gilt es als das feminine Prinzip des Lebens. Wir finden es aber nicht nur irgendwo da draußen in der Natur. Denn die Natur ist nicht nur dort draußen, wir selbst sind auch Natur. Also findet es sich in Männern wie in Frauen. Es ist da, es entsteht nicht erst, indem wir es anerkennen. Aber eine Menge moderner Kulturen leugnen diese ursprüngliche kreative Kraft. Die Anerkennung dieses weiblichen kosmischen Prinzips ist gleich bedeutend mit der Anerkennung des Wunders des Lebensatems, der uns erst zu Menschen macht. Es macht uns dem Leben gegenüber demütig und lässt uns erkennen, dass wir nicht sein Meister sind.

Wie könnte die Vision einer Gesellschaft aussehen, die sich von einer patriarchalen Struktur abwendet und dem femininen Prinzip zuwendet?

Wenn das weibliche Prinzip wieder zum Tragen käme, würden wir zu einem neuen Verständnis von Wachstum kommen. Es würde den Wäldern die Möglichkeit geben, zu wachsen. Es würde die Rückkehr der biologische Vielfalt auf die Bauernhöfe ermöglichen. Es würde dafür sorgen, dass Selbstversorgung, Selbstvertrauen und Selbstbestimmung ganz oben auf der politischen Tagesordnung ständen. Und daraus würde ein reales Wachstum entstehen, denn mit der Natur würden auch die Menschen und Gesellschaften aufblühen. Das wäre etwas ganz anderes als diese völlig fiktiven Zahlenreihen in den Geschäftsberichten der multinationalen Konzerne, die heute täglich virtuelle drei Billionen US-Dollar durch die Welt bewegen.

Das heißt, alte Mythen und Traditionen wie die des femininen Prinzips ‚Shakti‘ können uns bei der Suche nach einer neuen Ethik durchaus unterstützen?

Wir müssen das Rad der Ethik nicht neu erfinden. Wir müssen lediglich anerkennen, dass Menschlichkeit viele Gesichter und Geschichten hat und schon viel Gutes, Verantwortliches und Nachhaltiges hervorgebracht hat. Natürlich hat es auch viel Zerstörerisches und Gewalttätiges hervorgebracht. Aber es liegt an uns, zu entscheiden, welchen Teil dieses Erbes des menschlichen Geistes wir übernehmen wollen. Und die zweite Vorbedingung für eine neue Ethik besteht darin, dass ihre Theorie und Praxis sich Hand in Hand entwickeln müssen. Für mich liegt die Hoffnung in der Kontinuität des Lebens und seiner Prozesse. Und eben nicht in einem theoretischen Idealbild, das irgendwo da draußen im intellektuellen Raum ist und mich anzieht. Diese Lebensprozesse, die wir sehen und von denen wir ein Teil sind, verpflichten uns dazu, sie und ihren Reichtum zu verteidigen. In ihnen liegen alle Möglichkeiten, unseren persönlichen Handlungsspielraum zu vergrößern und positive Werte zu entwickeln: Werte des Teilens, des Gebens, der Pflege. Die westliche Zivilisation kann sich wandeln. Sie kann es schaffen, wenn sie als Ganzes ihren Sinn für Demut wiederentdeckt.

All diese Werte scheinen im Zeitalter der Globalisierung auf dem Rückzug zu sein ...

Im Prozess der Globalisierung liegen gleichzeitig aber enorme Möglichkeiten, gerade weil sie das System so enorm destabilisiert. Die Wut darüber, dass jede produktive Handlung irgendwo auf dem Planeten in das globale Wirtschaftssystem hereinpassen soll, um einen Wert zu bekommen, wächst. Denn diese Politik macht so viele Menschen überflüssig – im Norden wie im Süden. Deshalb müssen wir Wege finden, auf lokaler Ebene wieder die Kontrolle über unsere Entscheidungen und unser Wirtschaften zu gewinnen. Die lokale Kontrolle über Entscheidungsprozesse – also die freie Entscheidung über Jobs, Lebensbedingungen und die natürlichen Ressourcen – ist zum Imperativ für das Überleben geworden. Das ist längst kein Luxus mehr. Früher war es nur im Süden eine Frage des Überlebens. Deshalb haben die Menschen in der Dritten Welt ja im Kampf auch immer wieder ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Wenn in Indien gegen ein Staudammprojekt gekämpft wird, dann heißt es oft: Ich sterbe lieber, als dass ich diesen Staudamm zulasse. Als die Chipko-Bewegung die Rodungen im Himalaya stoppen wollte, haben die Frauen die Bäume umarmt und gesagt: Köpft mich, bevor ihr den Baum köpft. Hier also war es immer eine Frage des Überlebens. Mit der Globalisierung und der Deregulierung des Handels wird das aber ein globales Phänomen.

Welche Folgen hat die Deregulierung für die lokale Autonomie?

Die Deregulierung des Handels heißt eigentlich etwas sehr simples. Sie bedeutet einfach das Ende jeglicher Verantwortung einer Regierung oder eines Unternehmens, Sorge für ihre Leute zu tragen. Und es bedeutet das Ende der Kontrolle über die eigene Gesellschaft. Wenn große Teile der Gesellschaft in eine machtlose Position gedrängt werden, dann haben sie nur die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen nach ihren eigenen Maßstäben neu zu gestalten und dafür zu kämpfen. Sonst haben sie keine Chance.

Können denn aber lokale Lösungen globale Probleme lösen?

Der einzige Weg zur Lösung eines globalen Problems sind weltweite lokale Lösungen. Ich glaube, es gibt eigentlich überhaupt nichts, was ausschließlich global wäre. Alles Globale hat vielmehr lokale Wurzeln. Die globale Umweltverschmutzung entsteht im Lokalen. Und selbst die internationalen Manager, die den GATT-Vertrag und die Weltbank schufen, haben im Endeffekt alle Merkmale einer kleine lokalen Gruppe. Diese „Elite“ ist ein machtvoller Männerverein europäischer Herkunft. Wenn man sich das mal unter ethnologischen Kriterien ansieht, dann ist das ein sehr kleiner Stamm, der sich so verhält, als sei er der globale Stamm, der jeden anderen Stamm als lokal abwerten darf. Es wird Zeit, dass die Menschen begreifen, dass es sich bei diesen machtvollen Managern auch nur um eine kleine lokale Gruppe handelt, die nur im weltweiten Maßstab aktiv ist. Eine kleine Gruppe mit bürokratischer Mentalität, sehr begrenzten Interessen und Visionen, die gar nicht in der Lage sind, eine nachhaltige Zukunft für den Planeten und seine Lebewesen zu garantieren. Die Lösungen müssen deshalb notwendigerweise lokal sein.

Ist diese Regionalisierung primär in der so genannten „Dritten Welt“ nötig oder ein globaler Imperativ fürs Überleben?

Sicherlich sind durch die Globalisierung besonders die ehemaligen Kolonialgebiete gefährdet, neu und noch tiefer kolonialisiert und abhängig zu werden. Aber heute sind wir soweit, dass auch die privilegierte westliche Welt ihre Zukunft und ihre kommenden Generationen gefährdet – mit Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und wenig Perspektiven für ein Leben jenseits von Geld und Profit. Damit ist ein Großteil der Menschen überflüssig und erkennt keinen Sinn in seinem Leben. Was also die erste Welt – und da kann sie von der dritten Welt lernen – dringend braucht, ist ein neues Denken: Es kann nicht länger darum gehen, darauf zu warten, dass die Konzerne Arbeitsplätze schaffen. Wir müssen vielmehr in Selbsthilfe und gegenseitiger Unterstützung eigenständig unsere sozialen Gemeinschaften wiederaufbauen und selbst für unseren Lebensunterhalt sorgen. Und dabei allen Gesetzen und Vereinbarungen widerstehen, mit denen die Konzerne heute versuchen, Selbsthilfe, Selbstversorgung und Kooperation für illegal zu erklären.

Welche Schritte sind dafür nötig?

Ich glaube ein wesentlicher Teil des Wandels kann erreicht werden, indem wir lernen, die Wirklichkeit anders wahrzunehmen. Wir bräuchten zum Beispiel lediglich lernen wahrzunehmen, dass wirkliches Wachstum eigentlich nur dort geschieht, wo Menschen aus Naturprodukten handfeste Produkte erschaffen – wirkliche Dinge, Nahrungsmittel, gute Materialien, stabile Häuser. Und zwar in all der Vielfalt. Dann würden wir erkennen, dass die Menschen, die von unserem Wirtschaftssystem für „arm“ erklärt werden, in Wirklichkeit gar nicht arm sind. Und dann würden wir vielleicht damit aufhören, ihnen im Namen der „Entwicklung“ alle möglichen Dinge anzudrehen, die ihre Kultur zerstören und ihr Überleben in Frage stellen. Wir würden dann möglicherweise auch begreifen, dass tatsächlich drei Viertel der menschlichen Bevölkerung wirtschaftlich „wachsen“, während ein Viertel damit beschäftigt ist, sich selbst und den Rest zu zerstören. Und es könnte uns ermutigen zu erkennen, dass diese produktiven drei Viertel der Menschheit durchaus in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen und dass die eigentliche Herausforderung darin liegt, dass der zerstörerische Rest der Menschheit sich verändern muss. Diese Veränderung muss primär in den Ländern des Westens geschehen. Denn die Gehirne der Menschen im Westen sind es, die am stärksten und längsten kolonisiert wurden. Sie werden seit fünfhundert Jahren zu diesem Verhalten erzogen, lernen es aus ihren Schulbüchern und erleben diese Verhalten in ihrem Alltag. Deshalb sind es besonders die jungen Menschen der westlichen Welt, die in dem Mythos des patriarchalen Kapitalismus leben und ihn fortsetzen.

Muss das eine revolutionäre Veränderung sein, oder kann sie sich auch evolutionär vollziehen?

Ich glaube, die Unterscheidung zwischen „evolutionär“ und „revolutionär“ ist das Ergebnis einer Spaltung im europäischen Denken. Revolution bedeutet immer drastischen, dramatischen und oft gewalttätigen Wandel, während Evolution für langsame Veränderungen in kleinen Schritten stand. Wenn es um die Geschwindigkeit des notwendigen Wandels geht, glaube ich nicht, dass wir uns einen langsamen, evolutionären Prozess leisten können. Es muss sich um eine radikale Transformation handeln. In diesem Sinn muss sie revolutionär sein. Wenn die Zerstörungen so revolutionär, so radikal und schnell sind, dann muss jede Eindämmung der Zerstörung ebenso schnell sein, sonst greift sie nicht. Wenn es aber um die Frage der Gewaltlosigkeit und der politischen Methoden geht, dann müssen sie einerseits sehr dramatisch und dringend sein, aber zugleich absolut friedlich und evolutionär, so dass es zu keiner direkten Gewalt gegen irgendeinen anderen Menschen kommt.

Sie haben lange als Quantenphysikerin in der Wissenschaft gearbeitet, bevor sie zur ökologischen Aktivistin wurden. Kann uns die neue Wissenschaft Konzepte an die Hand geben, die einen solchen Wandel möglich erscheinen lassen?

Einiges von dem, was ich meiner Karriere als Quantenphysikerin gelernt habe, kommt mir bei der Entwicklung eines neuen ökologischen Welt- und Menschenbilds sehr zugute. Denn die beiden Hauptbotschaften der Quantentheorie bestehen darin, dass die mechanistische Weltsicht einerseits falsch ist, weil die Welt nicht aus einander identischen Atomen zusammengesetzt ist und weil sie andererseits keine Erklärung anbieten kann für die nachweisbaren Zusammenhänge im Universum. Die fundamentalen Erkenntnisse der Quantentheorie sind auch die Grundannahmen der modernen Ökologie: Dass nämlich alle Dinge mit einander in Beziehung stehen und dass alles, was man dem Netz des Lebens antut, sich der Mensch letztlich selber antut. Deshalb war es für mich auch immer sehr einfach, zwischen den Denksystemen der Quantentheorie und der Ökologie zu wechseln. Wenn man von den gemeinsamen Prinzipien ausgeht, kann man die jeweiligen Details je nach Bedarf daraus entwickeln. Die meisten Wissenschaftler tun das nicht. Sie betreiben ihre Profession wie ein isoliertes Ritual des Macht- und Geldgewinns, sie sehen nur das Detail und eben nicht das größere Prinzip.

Brauchen wir das Verständnis dieser komplexen Theorien für den kulturellen Wandel?

Ich glaube, es ist absolut entscheidend, dass wir die mechanistische Sichtweise hinter uns lassen. Dafür brauchen wir aber nicht notwendigerweise die Quantentheorie. Wir müssen nur sensibler werden für die Welt, die uns tagtäglich umgibt. Wir müssen sehen, dass unsere bisherige reduktionistische Sichtweise der Fragmentierung, Zersplitterung eine ökologische Schweinerei und Zerstörung zur Folge hatte. Wenn uns diese Einsicht verunsichert, dann können wir auf die neuen Wissenschaften zurückgreifen, die uns genau das bestätigen und deutlich machen, nämlich dass wir nicht spinnen. Aber wenn wir genug Vertrauen in unsere Wahrnehmung und unseren gesunden Menschenverstand haben, dann brauchen wir die Absicherung durch die Quantentheorie oder neue Biologie überhaupt nicht.

Wo in diesem Prozess des kulturellen Wandels stehen wir heute?

Wir haben fünfhundert Jahre Kolonialismus hinter uns, in denen man an die Überlegenheit weißer Männer glaubte, damit Diebstahl und Gewalt legitimierte und alle anderen Rassen die Zeche zahlen ließ. Dann hatten wir ein halbes Jahrhundert „Entwicklungspolitik“, in denen uns die Länder des Westens Technik und Fortschritt versprachen und statt dessen eine Plastik- und Rohöl-Kultur brachten, die den Planeten zerstört. Ich glaube, heute stehen wir an der Schwelle zu einem neuen Denken, bei dem „Entwicklung“ nicht mehr länger verstanden wird als die Globalisierung von nicht nachhaltigen Produktionsmethoden und Konsummustern. Wir beginnen zu begreifen, dass wirkliches Wachstum pluralistisch ist: Es handelt sich um eine Interaktion einerseits zwischen unterschiedlichen Gesellschaften und andererseits zwischen Gesellschaften und der Natur auf der Basis gegenseitigen Respekts. Und dieser gegenseitige Respekt gilt sowohl der unterschiedlichen Spezies im Ökosystem als auch für die unterschiedlichen menschlichen Kulturen.

Wenn wir von neuer Ethik, neuen Werten, neuen Weltbildern sprechen, dann berührt das auch die tiefste Ebenen im Menschen – seine Religiosität. Brauchen wir an der Basis des Wandels auch eine neue Spiritualität?

Wenn wir realisieren, dass es in der Natur und in uns so etwas gibt wie eine innere Selbstorganisation und eigene Entwicklungsdynamik, dann gewinnen wir die Fähigkeit, die Propaganda des Wirtschaftswachstums, die Regeln der Kontrolle durch Staat und Wirtschaft in Frage zu stellen und über die Dummheit der Werbestrategien, die unsere Hirne kolonisieren wollen, zu lachen. Und das ist dann tatsächlich auch eine „spirituelle Revolution“. Denn was ist Spiritualität? Sie bezeichnet nichts anderes als unsere Fähigkeit, innere Ressourcen zu entwickeln und uns seelisch gegen alle Formen von Gewalt und Einschränkungen zu stärken, die sonst zu Apathie, Lähmung und Angst führen. Spiritualität war in vielen Gesellschaften immer schon ein Werkzeug, um das zu erreichen.

Quelle: http://www.humonde.de/artikel/10002?PHPSESSID=d7d02668a87e2df642b25b5b6b135d65

© Humonde 2004

Nachricht von Norbert Schneider

6
Apr
2004

BITE BACK

Action

We remain very concerned about the formal complaint the US has made at the WTO about EU policies “restricting” trade in GM food and agriculture. The WTO has finally convened a panel in the highly secretive dispute settlement mechanism, which will then rule on whether the EU’s policy on GM food imports is an illegal barrier to trade.

• Sign the global objection to the WTO GM dispute
http://www.foe.co.uk/campaigns/global_trade/press_for_change/bite_back/index.html

• Email the Argentinean Ambassador to ask him to persuade the Government of Argentina to withdraw from the WTO complaint
http://www.foe.co.uk/campaigns/global_trade/press_for_change/email_ambassador_argentina/index.html

• Email your friends and relatives to ask them to sign the objection online or download a multi-signature paper objection and ask them to sign
http://www.foe.co.uk/campaigns/global_trade/resource/campaigners.html

• Add the Bite Back web action link to your email signature
http://www.foe.co.uk/campaigns/global_trade/press_for_change/bite_back/index.html

• Add the Bite Back banner and/or the link to the web action to your website
http://www.bite-back.org/support/banners.htm

Further information
‘GM Trade War Looms’ briefing
http://www.foe.co.uk/resource/briefings/wto_disputes_res_mech.pdf

GATS
In December last year, the Government published its response to the submissions to the DTI's consultation document "Liberalising trade in services - a new consultation on the World Trade Organisation General Agreement on Trade in Services negotiations".
You may have inputted to this consultation. We asked people to write submissions highlighting the lack of transparency and democracy in the GATS negotiations, and the fact that there has been a complete failure to properly assess past impacts of WTO agreements and thereby justify further liberalisation. Friends of the Earth thinks the DTI’s response to these highlighted issues doesn't adequately deal with our concerns.

• Email your MP
http://www.foe.co.uk/campaigns/global_trade/press_for_change/gats_consultation/index.html

• Email the DTI
http://www.foe.co.uk/campaigns/global_trade/press_for_change/gats_dti/index.html

Further information
DTI’s GATS consultation feedback
http://www.dti.gov.uk/ewt/gats2000.doc

Friends of the Earth comments on the DTI’s GATS consultation feedback:
http://community.foe.co.uk/resource/misc/foe_gats_response_email.pdf

News
• Robert Zoellick, US trade representative, told the Financial Times (11 January) that 'he firmly supported the developing countries in saying that investment and competition talks should be dropped, and that even talks on government procurement, which the US favours, may not be necessary'.

However caution is needed when countries talk about dropping the New Issues as they often refer just to dropping them from the current round of trade negotiations and not, critically, from further rounds or bilateral/regional trade agreements. Your email action to Patricia Hewitt at the end of October will have helped contribute to weakening the UK/EU position on New Issues but our fight to eject them completely from the WTO continues.

• Could it be that the letters you’ve sent to the Government in the last couple of years calling for fair trade rules not free trade may finally be hitting home? UK Secretary of State for Trade and Industry, Patricia Hewitt, has apparently recognised that all does not always end well for those experiencing the sharp end of WTO rules, saying the "negative consequences of trade liberalization need to be managed" (emphasis ours). So that’s the Government finally admitting that there are negative impacts of their trade policies – progress!

Best wishes,
Eve Mitchell

Corporate Globalisation & Trade Campaigner
Friends of the Earth

31
Mrz
2004

RICH NATIONS GOBBLING RESOURCES AT AN UNSUSTAINABLE RATE

Source: Copyright 2004, Environment News Service
Date: March&nbsp30,&nbsp2004

OAKLAND, California, March 30, 2004 (ENS) – Excessive consumption by the world’s richest nations is making life even more difficult for the world’s least fortunate, according to a new report by Redefining Progress. The U.S. based research group says the wealthiest nations are depleting global resources at an unprecedented rate – with the United States leading the way – and are mortgaging the future at the expense of today’s children, the poor and the long term health of the planet.

The 2004 Footprint of Nations analyzes the ecological impact of more than 130 countries, demonstrating to what extent a nation can support its resource consumption with its available ecological capacity.

Redefining Progress's prior reports have focused on the dangers of overusing our natural resources and the effect on future generations. For the first time, this year's report documents the current impact of overconsumption on the world's most vulnerable populations.

"This measure speaks for those with the least power in today's world: children, the poor, the environment, and future generations," said Michel Gelobter, executive director of Redefining Progress. "These are groups with little or no voice in the political system or the economy, but whose resources are being compromised. When we ignore their plight, we undermine our collective future."

The report uses ecological footprint accounts to provide a measurable estimate of humanity’s pressure on global ecosystems – to determine an ecological footprint, the organization measures the biologically productive area required to produce the food and wood people consume, to supply space for infrastructure, and to absorb the greenhouse gas carbon dioxide emitted from burning fossil fuels.

The accounts are composed of six factors: energy use, grazing land, pastureland, fisheries, built land and forests.

Redefining Progress expresses ecological footprint in terms of global acres, with each global acre corresponding to one acre of biologically productive space with world average productivity.

Previous reports found that consumption exceeds the Earth’s biological capacity by some 15 to 20 percent – the 2004 update “indicates that the situation has remained fundamentally unchanged except for one notable exception in the case of the United States.”

“In 2000, the United States became the country with the largest per capita ecological footprint on the planet,” according to the report.
The U.S. footprint is 23.7 acres per capita – a sustainable footprint would be 4.6 acres.

The organization measures the global ecological footprint at 5.6 global acres per capita.

The United Arab Emirates ranks second with 22.2 acres per capita and Canada third with 21.1 acres.

Developing countries such as Bangladesh and Mozambique represent the other end of the scale – these nations have footprints of 1.3 acres per capita.

On a per capita basis the average footprint has declined by 1.2 acres over the past 20 years – largely because many areas of production have become more efficient - but this decrease is offset by population growth.

Even a developing nation with a small per capita footprint can have a very large overall footprint when its population grows rapidly.

These problems are compounded as wealthy nations continue to grow their economies by exploiting the resources and economic potential of their impoverished neighbors, the report finds.

Unsustainable consumption and population play a big part in the size of a nation's footprint - much of an industrialized nation's ecological impact is due to the use of fossil fuels. The report details that shifting to renewable energy can dramatically lessen a country's footprint.

Sustainable modes of production and consumption and attention to social equity can help decrease national footprints and improve quality of life around the world, according to the public policy organization.


For Additional Information:
(may become dated as article ages)

Redefining Progress has calculated ecological footprints for more than 130 countries and numerous regions as well as an increasing number of municipalities and businesses. Individuals can calculate their own footprint in seven languages at: http://www.myfootprint.org


Originally posted at:

http://www.ens-newswire.com/ens/mar2004/2004-03-30-10.asp


http://www.climateark.org/articles/reader.asp?linkid=30579
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