15
Mrz
2007

Gefährlich oder ungefährlich? Wie viel Mobilfunk verträgt der Mensch?

Mobilfunk: Bürgerinitiative informiert in eigener Veranstaltung über Risiken der Technik – Kritik an Laptops in Schulen

KIRSCHHAUSEN. Baubiologie Dr. Siegfried Schwarzmüller und Informationsmediziner Dr. Wolfram Haas waren die Referenten der Infoveranstaltung „Mobilfunk und sein Risiko“ der Bürgerinitiative Kirschhausen. Mehr als 50 interessierte Bürger, darunter Stadtpolitiker der Heppenheimer Grünen Liste und Vertreter des Ortsbeirates, waren am Montagabend in das Gasthaus „Zur Post“ gekommen, um den interessanten Vorträgen der beiden Mobilfunkgegner beizuwohnen. Ziel des Abends sollte es sein, so Moderator und BI-Mitglied Dirk Löseke, dass jeder Zuhörer am Ende für sich selbst entscheiden könne, wie gefährlich oder ungefährlich Mobilfunk sei.

„Wie viel Mobilfunk verträgt der Mensch?“ Diese Frage stellte Schwarzmüller in den Raum und unterlegte seinen Vortrag mit allerlei Versuchen und Messungen, die die Mehrzahl der Anwesenden sehr beeindruckten. Verwundert und verärgert zeigte sich der Baubiologe und Berufsschullehrer darüber, dass trotz vielfältiger Beweise für den schädlichen Einfluss der Strahlungen kaum Reaktionen von den Verantwortlichen kämen. Und das, obwohl die Untersuchungen nicht nur von ausgewiesenen Mobilfunk-Gegnern gemacht werden: Bereits 1999 habe der Rat der Europäischen Union empfohlen, dass es „unbedingt notwendig ist, die Bevölkerung in der Gemeinschaft vor nachweislich gesundheitsschädlichen Auswirkungen zu schützen, die als Folge der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern eintreten können“.

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz habe 2003 geäußert, dass es immer die Möglichkeit für wissenschaftlich noch nicht verstandene Risiken gebe. Vorsorgemaßnahmen seien also dringend notwendig. Als eine solche schlägt das Bundesamt im gleichen Schreiben vor, „unnötige Quellen von elektromagnetischen Feldern abzuschalten, die Dauer der Einwirkung elektromagnetischer Strahlungen so weit wie möglich zu verringern, vor unvermeidbaren Strahlungsquellen einen möglichst großen Abstand zu halten“. Die Strahlenschutzkommission kam 2003 zum gleichen Ergebnis.

Doch Konsequenzen aus diesen Untersuchungen gebe es keine. Der Baubiologe findet es ganz besonders „schlimm“, das gerade Kinder und Jugendliche immer mehr den Gefahren von elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt würden. Nicht nur, dass bereits die Jüngsten ständig ein Handy am Ohr hätten. Sogar mit Duldung und Unterstützung der Verantwortlichen des Kreises würde die Aufrüstung mit elektromagnetischen Wellen durchgeführt: So würden immer mehr Grundschulen mit Laptops ausgerüstet, die drahtlos – also mittels WLAN – mit dem Internet verbunden würden. Die Schulen müssten geradezu darum kämpfen, wenn sie die Internet-Verbindung mit dem Kabel vorziehen würden. Bei 20 Laptops in einer Klasse sei die Gesundheitsgefährdung der Kinder immens. Insbesondere der Medienbeauftragte des Kreises Bergstraße wurde von Schwarzmüller heftig kritisiert. Schwarzmüller sieht statistische Erhebungen, die besagen, das zwischen 1998 und 2003 die Zahl der Sonderschüler um 25 Prozent gestiegen ist und dass ein Drittel aller eingeschulten Grundschüler nicht schulfähig sei in direkten Zusammenhang mit der immer mehr zunehmenden Strahlung.

Der Referent lobte ausdrücklich Empfehlungen in England und Österreich, die Eltern ausdrücklich davor warnen, ihren Kindern vor dem 16 Lebensjahr Handys anzuschaffen.

Dabei ist es nicht allein das Mobiltelefon, das nach Ansicht der Bürgerinitiativen für allerlei gesundheitliche Schäden verantwortlich. Allein im Haushalt könne es zahlreiche Quellen geben, die zu Schlafstörungen und anderen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen könnten. Das fange bei der Nachttischlampe an, durch die auch dann Strom fließe, wenn sie ausgeschaltet sei, gehe von Funkweckern über Radiowecker bis hin zur Mikrowelle. In der Küche, so raten Umweltmediziner, solle man niemals vor dem Herd oder der Spülmaschine stehen bleiben, wenn diese in Betrieb seien. Ganz besonders strahlungsintensiv seien Induktionsherde. Und das größte Übel im Haushalt sei neben Handy und WLAN das schnurlose Telefon. Die Basisstationen der sogenannten DECT-Telefone senden nach Informationen von Dr. Schwarzmüller Tag und Nacht, auch wenn nicht telefoniert wird. Damit habe man sozusagen einen Mobilfunksender in der eigenen Wohnung. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervosität und ähnliche Beeinträchtigungen könnten ihre Ursache in einem DECT-Telefon oder WLAN-Gerät im Haus oder in der Nachbarschaft haben. Den Test, wie anfällig jeder einzelne auf elektromagnetische Wellen ist, könne man ganz leicht durchführen: Einfach über mehrere Tage oder Wochen hinweg verdächtige Geräte vom Stromnetz trennen (oder von den Akkus) und beobachten, ob die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sich im Laufe der Zeit bessern. Übrigens: Die beste Alternative für ein DECT-Telefon sei ein herkömmliches Schnurtelefon.

Wer auf ein schnurloses Telefon angewiesen ist, für den komme als kleineres Übel der CT1-plus Standard in Frage. Auch für diejenigen, die auf ein Handy nicht verzichten können oder wollen, hat der Berufsschullehrer einen Rat: Vor dem Handykauf solle man sich im Internet über den SAR-Wert der einzelnen Geräte informieren und eines mit einem möglichst niedrigen Wert auswählen. rid

15.3.2007

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