8
Jul
2005

Zwei Antennen auf das Dach des Rathauses

Stadtrat grundsätzlich dafür

VON KLAUS GREIF Germering - Auf das Dach des sechsstöckigen Rathauses sollen jetzt sogar zwei Mobilfunkantennen kommen: Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung gegen sechs Stimmen, nicht nur mit O2, sondern auch mit Vodafone einen Vertrag auszuhandeln. Zuvor hatte das Gremium mit großer Mehrheit grundsätzlich beschlossen, öffentliche Gebäude für die Nutzung als Mobilfunkstandort zur Verfügung zu stellen.

Im März hatte der Umwelt- Planungs- und Bauausschuss einer Anfrage von O2 zugestimmt, auf dem Rathausdach einen Sendemast zu errichten. In der Folge meldeten sich Kritiker zu Wort, bei der Stadt gingen auch Beschwerden von Anwohnern, vor allem der neuen Siedlung gegenüber des Rathauses ein. Auch Rathausmitarbeiter sprachen sich gegen die Antenne aus.

Dass die Stadt jetzt nicht nur eine, sondern wahrscheinlich zwei solche Antennen billigen wird, begründete OB Peter Braun auch mit Erkenntnissen, die bei einer Informationsveranstaltung Anfang Juni in der Stadthalle bekannt gegeben worden seien: "Die Belastung mit elektromagnetischer Strahlung an kritischen Punkten wird höchstens zwei bis drei Prozent der gültigen Grenzwerte betragen." Selbst wenn man niedrigere Grenzwerte wie beispielsweise in der Schweiz benutzen würde, würden sie nicht annähernd erreicht. Brauns Schlussfolgerung war eindeutig: "Es gibt keinen Anlass, das zu verweigern."

Omega siehe dazu "Grenzwerte und Mobilfunk" unter:
http://omega.twoday.net/stories/242821/


Allerdings wird vor der endgültigen Vertragsschließung mit den Anbietern noch eine Immissionsprüfung gefordert, die die Betreiber bezahlen müssen. Gesichert werden muss auch, dass die Veranda im 6. Stock weiterhin genutzt werden kann.

Sibylle Nottebohm (Grüne) meldete sich als einzige Kritikerin zu Wort. Sie bezeichnete den Standort auf dem Rathaus zwar als geeignet, schränkte aber ein: "Noch viel mehr geeignet wäre es, ein Konzept zu erstellen."

"Ich lehne es ab, obwohl es ein geeigneter Standort ist."Sibylle Nottebohm

Sie kritisierte zudem, dass bei der Infoveranstaltung in der Stadthalle kein Mobilfunkgegner aufs Podium geladen worden war. Die vorgelegte Belastungsprognose sei zudem sinnlos, weil sie vom Betreiber selbst erstellt worden sei. Fazit der Umweltreferentin: "Ich lehne es ab, obwohl es ein geeigneter Standort ist."

Rathauschef Braun wies zusätzlich daraufhin, das nach den Aussagen aller Mobilfunkanbieter zusätzliche zu den beantragten von O2 und Vodafone keine weiteren Antennen im Stadtgebiet notwendig seien. Die beste Vorsorge gegen überhöhte Mobilfunkstrahlung sei außerdem, wenn Eltern ihren Kindern keine Handys in die Schulen mitgeben würden.

mm

08.07.2005

http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/ffb/art1586,292552.html


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