3
Sep
2004

Protestwelle weitet sich aus

Neues aus Bamberg

Protestwelle weitet sich aus

Weitere Demonstration gegen Mobilfunk-Sender in Steinfeld

STEINFELD. Der Unmut der Bürger gegen die Mobilfunkbetreiber wächst: Ein Demonstrationszug mit rund 500 Teilnehmern aus dem gesamten Landkreis marschierte am Sonntag vom Steinfelder Rathaus zum „Handymasten". Dort berichteten Redner von den Gefahren im Umfeld solcher Mobilfunkanlagen.

„Als wir aktiv geworden sind, war es eigentlich schon zu spät", warnte Bernhard Hartmann. Der Landwirt aus dem Allgäu hat mit seiner Familie Haus und Hof verlassen. Ein zweiter Mobilfunksender hatte vor zwei Jahren 400 Meter entfernt von seinem Anwesen den Betrieb aufgenommen. Mit dem ersten Sender hätten sie, so der Allgäuer, noch leben können, mit dem zweiten aber nicht mehr.

Als „Spinner" und „Hysteriker" sei er abgetan worden, weil er auf gesundheitliche Beschwerden seiner Familie wie Kopfweh, Hautausschläge und Schlafstörungen aufmerksam machte. Seit August 2002 verendeten laut Bernhard Hartmann 17 Kälber und zehn Mutterkühe auf seinem Hof. Auch zwei benachbarte Landwirte beklagen im gleichen Zeitraum Verluste an Vieh. Der Allgäuer sprach den Steinfeldern Mut zu: „Macht so weiter, wie Ihr angefangen habt."

Umzug mit Sarg und Skelett

Rund 500 Demonstranten sammelten sich am Steinfelder Rathaus und zogen durch den Ort. Teilnehmer trugen einen Sarg und ein Skelett. „Steinfeld ist kein Strahlenfeld" war auf Transparenten zu lesen. Zu einem gellenden Pfeifkonzert skandierten die besorgten Bürger: „Der Turm muss weg." Neben der Mobilfunkanlage stehend bekräftigte Hermann Adelhardt, der Sprecher der Bürgerinitiative Mobilfunk Steinfeld-Stadelhofen und Organisator der Demonstration: „Wir akzeptieren keinen Masten in der Ortschaft, auch nicht in Stadelhofen an Schule und Kindergarten."

Gleichwohl räumte er ein, dass die Antenne des Mobilfunkbetreibers E-Plus nicht genehmigungspflichtig sei und somit rechtlich keine Möglichkeit bestehe, dagegen vorzugehen. Da sich die Reichweite des Senders aber auf Steinfeld und die Bundesstraße 22 erstrecke, könne ein Boykott dieses Anbieters bewirken, dass sich die Anlage wirtschaftlich nicht rechnet.

Dr. Cornelia Waldmann-Selsam betonte, dass die Behauptung der Mobilfunkbetreiber, die Strahlung sei harmlos, wissenschaftlich nicht zu halten sei. Vielmehr stelle die hauptsächlich von der Europäischen Union finanzierte „REFLEX-Studie" die bisherigen Annahmen auf den Kopf. Die von Februar 2000 bis August 2003 laufende Untersuchung ergab, dass elektromagnetische Felder die Gene schädigen können. Die Verbreitung dieser Studie jedoch werde, so Dr. Waldmann-Selsam, behindert.

Die Untersuchung von Ärzten in Naila ließ aufhorchen: Mediziner stellten bei Personen, die innerhalb von bis zu 400 Metern Entfernung zu einer Mobilfunkanlage wohnten, ein dreifach höheres Risiko, an Krebs zu erkranken, fest als außerhalb (der FT berichtete).

Nicht umsonst rufen im so genannten Bamberger Appell über 120 Ärzte, darunter drei Chefärzte des Klinikums, zu einem Stopp des Ausbaus der Mobilfunktechnologie auf, wie Dr. Waldmann-Selsam mitteilte. Des Weiteren informierte sie, dass das Landratsamt keine Genehmigung erteile, wenn die jeweilige betroffene Gemeinde eine neue Mobilfunkanlage ablehnt. Dann bliebe den Netzbetreibern nur der Weg, die Gerichte zu bemühen.

Inzwischen rate sogar das Bayerische Landesamt für Umweltschutz (LfU) dazu, Telefonate mit dem Handy auf ein notwendiges Maß zu beschränken, so Dr. Waldmann-Selsam. Ihr Fazit: „Wenn wir die Empfehlungen des LfU umsetzen, brauchen wir keine neuen Antennen."

Memmelsdorfer Erfahrungen

Wie die Hartmanns aus dem Allgäu gehört auch die Familie von Gabriele Zieglschmid zu den elektrosensiblen Menschen. In Memmelsdorf wohnte sie zwölf Meter weit weg von einer Antenne und zog fort, nachdem die gesundheitlichen Probleme für sie und ihre Kinder nicht mehr zu ertragen waren. Doch die gleichen Sorgen drohen sie auch an ihrem neuen Wohnort in Bamberg einzuholen. Auf dem Dach des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Paradiesweg ist eine 30 Meter hohe Antenne geplant, die das Bauordnungsamt aber erst genehmigen müsste. Den Vertrag mit dem Mobilfunkbetreiber hat das BRK Gabriele Zieglschmid zufolge bereits unterschrieben.

Die couragierte Frau ist entschlossen, alle rechtlichen Mittel zu nutzen, um dieses Projekt zu verhindern. Bitter bemerkte sie: „Das menschliche Leben zählt nichts mehr, Hauptsache, die Kasse stimmt."

http://www.fraenkischer-tag.de


Aus: Elektrosmognews vom 02.09.2004


Omega siehe dazu „Rathaus-Besetzung in Steinfeld wie in „68ern“ unter: und http://omega.twoday.net/stories/418124/
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