13
Okt
2005

Mit dem Laptop in den Unterricht - Fortschritt, aber ohne Risiken

Hessischer Landesverband mobilfunksenderfreie Wohngebiete e.V. Kettelerstr.3
63486 Bruchköbel


OFFENER BRIEF

An den Main-Kinzig-Kreis Erster Kreisbeigeordneter Herrn Günter Frenz Barbarossastrasse 24
63571 Gelnhausen


cc. Landrat Erich Pipa GEW Hessen Schulleitung Main-Kinzig Schule Politik, Schulen, Elternbeiräte


10. Oktober 2005


“Mit dem Laptop in den Unterricht“ - HA 20.09.2005 “Fortschritt – aber ohne Risiken“ - HA 08.10.2005


Sehr geehrter Herr Frenz,

der HESSISCHE LANDESVERBAND MOBILFUNKSENDERFREIE WOHNGEBIETE e.V. (HLV) hat mit großem Interesse von Ihrer o.g. Pressemitteilung im HANAUER ANZEIGER Kenntnis genommen. Dazu wurde über den Pressesprecher des HLV’s, Herrn Alfred Tittmann, via eines Leserbriefes am 8.10.05 im HA ein kurzes Statement abgegeben.

Wir möchten zu diesem Komplex auch Sie noch einmal persönlich ansprechen.

Fortschritt ist in jedem Fall zu begrüßen, auch der Einsatz von Laptops in Schulen mag hierzu einen Beitrag darstellen.

Seriöse Studien und Aussagen von Wissenschaftlern, Ärzten und Baubiologenbestätigen allerdings, dass beim WLAN Einsatz, infolge der periodisch gepulsten Strahlung der Basisstationen und der Funknetzkarte im Laptop selbst, gesundheitsgefährdende Strahlungen nicht auszuschließen sind. Deswegen erfolgen explizite Empfehlungen, auf diese Technik in den Schulen zu verzichten und an deren Stelle, die zwar aufwendigere, aber dafür sicherere drahtgebundene Datenübertragung zu nutzen.

Angesichts dieser Erkenntnisse sollten auch Sie “das Rad“ nicht neu erfinden wollen; zumindest erübrigen sich Analysen und die Begleitung des Objektes durch eine Referendarin, soweit dies die WLAN-Funktion betrifft.

Wir möchten Sie daher bitten, sich ausführlich mit dieser Thematik zu befassen und diese ggf. im Kreistag zu behandeln, bevor Sie Ihr evtl. Vorhaben umsetzen sollten.

Nun konkret zu Hinweisen, Empfehlungen und Warnungen wegen der Strahlenbelastungen:

1. GEW Hessen/Berlin (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) Verstrahlte Zukunft - Gesundheitsgefahren durch kabellose Laptops. von Dr. Siegfried Schwarzmüller, GEW Hessen http://www.gew-hessen.de/index.php?&id=350&backPID=350&tt_news=2603&cHash=a670dd5d94 http://www.gew-bergstrasse.de/downloadseite.htm http://www.gew-berlin.de/blz/3073.htm

Omega siehe auch "Gesundheitsgefahren durch kabellose Laptops" unter: http://omega.twoday.net/stories/191214/ http://tinyurl.com/88sg2

2. WLAN ECOLOG-Institut - Schulstudie im Auftrage der Westfälischen Landesregierung 11/2003

http://www.munlv.nrw.de/sites/arbeitsbereiche/immission/pdf/literatur.pdf

3. Gutachten der Universität Bremen 2001 zur EMVU-Belastung zu WLAN
http://www.dmn.tzi.org/wlan/wlan/-emvu-gutachten-bremen.pdf

4. Öko-Test Magazine 11/2002 und 10/2003 Verlag GmbH Frankfurt/Main

5. WLAN-Anwendungen für “Hot Spots“ Dr.-Ing. Martin H. Virnich Ingenieurbüro für Baubiologie und Umweltmesstechnik
41063 Mönchengladbach
http://www.borg-aussee.at/schule/wlan/virnich.pdf

Weiterhin werden wegen der Gesundheitsgefahren in der Maiausgabe von Öko-Test 05/2004 ab S.139 Messungen an Laptops (oder Notebooks) vorgestellt. An acht Laptops wurde die Strahlung gemessen, ohne WLAN. Die anerkannte schwedische TCO Norm für Bildschirmarbeitsplätze wurde häufig überschritten.

Ausserdem mahnt Öko-Test 05/2004 zur Vorsicht bei eingebauten WLAN Karten, da die meisten Laptops nach dem Einschalten Kontaktversuche zum nächstgelegenen Zugangsknoten (Access Point) starten, ob erforderlich (Zugang zum Internet oder Netzwerk) oder nicht. WLAN sollte zur Vermeidung zusätzlichen Elektrosmogs nur dann aktiviert werden, wenn es benötigt wird.

In der ECOLOG-Studie (s.2. Hinweis) werden auf Seite 84 unter Punkt 6.5 “Anlageplanung“ speziell die Funk-Netzwerke in Schulen wegen auftretender Hochfrequenz-Expositionen als problematisch angesehen.

So heißt es dort u.a.:

“Ein besonderes Problem stellen Funk-Netzwerke in Schulen dar. Die in Funk-Netzwerken auftretenden Hochfrequenz-Expositionen liegen zwar deutlich unter denen, die durch Nutzung von Handys verursacht werden, können aber gerade an Endgeräten mit körpernah installierten Antennen nicht unerheblich sein. (s.5.1).

Die Anwendung des von der SSK empfohlenen Minimierungsprinzips (s.o.) ist gerade beim Schutz des in der Entwicklung befindlichen kindlichen Organismus geboten. Dazu gehört insbesondere die Vermeidung jeder unnötigen Exposition.

Wo die Einrichtung eines drahtgebundenen Netzwerks in Schulen möglich ist, sollte dieses einem Funk-Netzwerk vorgezogen werden.“

Nun noch ein Blick über den Tellerrand des Main-Kinzig-Kreises und Deutschland hinaus:

Dr. med. univ. Gerd Oberfeld vom Amt der Salzburger Landesregierung, Landessanitätsdirektion - Referat Gesundheit, Hygiene und Umweltmedizin Postanschrift: Postfach 527, 5010 Salzburg, ÖSTERREICH Adresse: Pfeifergasse 3 gerd.oberfeld@salzburg.gv.at http://www.salzburg.gv.at/umweltmedizin

empfiehlt keine Verwendung von WLAN in Schulen!

http://www.salzburg.gv.at/schule_und_elektromagnetische_strahlungen.doc

Am 7.07.2005 erschien in der Österreichischen Presse nachfolgende Pressemitteilung:

07.07.2005 05:05

Funktechnologie: Verstrickt mit "Kabellos"

Funktechnologie ist eine Alternative, wenn man vom Kabelsalat genug hat. Ein Schülerprojekt zeigt jedoch die Gefahren durch Elektrosmog auf.

CHRISTIAN HUEMER

Schnurlos-Telefone, Bluetooth, kabellose Computernetzwerke, auch Wireless Lans genannt und die allseits beliebten Handymasten. Alles Alternativen, wenn man vom Kabelsalat genug hat. Und dennoch gibt es nicht nur Vorteile. Eine Schülergruppe des Erzherzog-Johann-Borg Gymnasium in Bad Aussee ist der Sache unter dem Titel "Wie gefährlich ist Kabellos" auf den Grund gegangen.

Volksschule miteingebunden. Auch die Volksschule in Bad Aussee war in das Projekt unter der Leitung des Physiklehrers Harald Gerstgrasser miteingebunden. Er hat sich übrigens in den letzten Jahren durch verschiedene Forschungen einen Namen auf dem Gebiet des Elektrosmogs gemacht und wird gerne zu Rate gezogen, wenn Bürgerinitiativen gegen einen geplanten Sendemast ins Feld ziehen.

Information über die Gefahren. "Wir haben in unserem Projekt mit Gerd Oberfeld von der Umweltmedizin in Salzburg, einem der bedeutendsten Elektro-Smogspezialisten, zusammengearbeitet", so Gerstgrasser. Er sieht seine Aufgabe in erster Linie in der Information über die Gefahren von Elektrosmog auf die Gesundheit. "Mein Credo ist dabei gar nicht das Verhindern, sondern die umfangreiche Aufklärung und eine daraus resultierende Reduktion der Strahlenbelastung."

Staatspreis verliehen. Für das Projekt bekamen er und seine Schüler den Staatspreis von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer verliehen. Aus österreichweit 96 eingereichten Projekten machten die Ausseer im AHS-Bereich mit "Kabellos" den ersten Platz.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/regionen/steiermark/ennstal/artikel/_708799/index.jsp

Der Projektleiter Herr Prof. Dr. Harald Gerstgrasser vom Erzherzog-Johann- Gymnasium in Bad Aussee teilte dem HLV bezüglich seiner Erfahrungen mit WLAN folgendes mit:

„Ich betreue schon einige Jahre Projekte an unserer Schule zum Thema Elektrosmog durch Mobilfunk und WLAN in Zusammenarbeit mit Dr. Oberfeld. In einer Umfrage im Jahre 2004 über Beschwerden durch Elektrosmog sind wir durch Befragung unserer etwa 500 Schüler an unserem Bundesschulzentrum (wir haben eine Handelsakademie, ein Oberstufenrealgymnasium und eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe) zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beschwerden in Klassen mit WLAN scheinbar stärker ausfallen (natürlich ohne Anspruch auf wissenschaftliche Kausalität). Sämtliche Ergebnisse finden Sie unter
http://www.borg-aussee.at/schule/wlan/wlan.htm

Ausserdem stützen sich meine Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen auf Informationen von Dr. Virnich
http://www.borg-aussee.at/schule/wlan/virnich.pdf und Erkenntnisse eines Gutachtens aus Bremen
http://www.borg-aussee.at/schule/wlan/gutachten.pdf . Weiters ein Beitrag aus Ihrem Bundesland Hessen
http://www.borg-aussee.at/schule/wlan/wlanverstrahlung.htm und natürlich die Informationen von Dr. Oberfeld.

Ich selbst unterrichte hauptsächlich am Oberstufenrealgymnasium unter Mitverwendung in der Handelsakademie (2 getrennte Direktionen). Die Handelsakademie verwendet WLANs, das Oberstufenrealgymnasium verwendet unter meiner Beratung und Durchführung der Projekte und Absprache mit dem Direktor ausschließlich kabelgebundene Vernetzung. Die Entscheidung ist schulautonom und wird sich nach dem derzeitigen Kenntnisstand über Elektrosmog auch nicht ändern. Auch der Landeselternverband der Elternvereine an Pflichtschulen in unserem Bundesland Steiermark fährt eine sehr kritische und vorsorgliche Linie
http://www.geocities.com/landesverband1/Elektrosmog1.html .

Im August warnte die Wiener Ärztekammer ausdrücklich vor der Verwendung von Handys für Jugendliche unter 16, als Reaktion auf die REFLEX-Studie. WLAN ist ja die selbe Technologie, als Dauerbelastung im Klassenzimmer (Funkkarten sehr nahe am Köper) ein höchst unnötiges Gefährdungspotential.

Weiterhin beschreiben Untersuchungen von Prof. Hecht aus Berlin aus der russischen Literatur das weit unterschätzte Langzeit-Risiko.
http://www.borg-aussee.at/schule/handy/Prof.%20Hecht.pdf

In Zusammenarbeit mit dem Kinderbüro Graz ist außerdem ein Informationsfolder über Nutzerverhalten im Umgang mit Mikrowellenstrahlung entstanden, können Sie herunterladen.
http://www.borg-aussee.at/schule/handy/folder_kinderbuero.pdf

In diesem Schuljahr plane ich in Zusammenarbeit mit den Volksschulen (6 - 10 jährige Schüler) unserer Umgebung ein Projekt zum Umgang mit Handys, also wieder Aufklärung von ganz unten.

Unsere Schlussfolgerungen und Maßnahmen:

Finger weg von WLANs in Schulen

Ausschließlich kabelgebundene Vernetzung, auch wenn sie teurer ist

Anwendung des Vorsorgeprinzips

Aufklärung und nocheinmal Aufklärung (auch der Schulbehörde; bei uns referierte Dr. Oberfeld im Landesschulrat)

Einbeziehung der Eltern

Die Details aller unserer Projektaktivitäten finden Sie unter
http://www.borg-aussee.at (projekt handy2001, projekt kabellos2004)

Herzliche Grüße aus dem Ausseerland, Harald Gerstgrasser Erzherzog-Johann-Gymnasium Bad Aussee Bahnhofstraße 150
8990 Bad Aussee“

Auf der Website der vorgenannten Schule
http://www.borg-aussee.at/schule/wlan/wlan.htm finden Sie u.a. folgenden Hinweis

Im Rahmen des Workshops wurde ein Fragebogen von 144 Schülern ausgefüllt. Die Auswertung finden Sie hier.

Die Grafiken geben die prozentuelle Anzahl der jeweiligen mit ja beantworteten Fragen.

Bemerkenswert der hohe Prozentsatz von Schülern mit Kopfschmerzen, aber auch Konzentrationsstörungen und Rückenschmerzen.

Auch an unserem Bundesschulzentrum wurde der Fragebogen ausgewertet. Insgesamt 399 Schüler aller drei Schulen beantworteten die Fragen. Es handelte sich dabei um Klassen des Gymnasiums, der HLW (Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe), der HAK (Handelsakademie) und der HIT (Handelsschule für Informationstechnologie). In der HIT gibt es eine Laptopklasse(verkabelt) und eine Klasse mit Funklan. Interessant sind die unterschiedlichen Ergebnisse im Bereich Rückenschmerzen und Konzentrationsstörungen.


Sehr geehrter Herr Frenz,

die besonderen gesundheitlichen Gefahren insbesondere für Kinder und Jugendliche durch die derzeit angepriesene (Mobilfunk-und) WLAN-Technik in Schulen (niederfrequent gepulste Signale auf hochfrequenten Trägerwellen) ist, da hinreichend wissenschaftlich belegt, nicht mehr von der Hand zu weisen und erfordert eine Besinnung auf die damit verbundene pädagogische Verantwortung aller im Bereich der Erziehung handelnden Personen und Institutionen.

Die schnelle Ausweitung der modernen Kommunikationstechniken bringt gesundheitliche Risiken mit sich, an denen die Verantwortlichen, Politiker und Schulen zugleich, nicht vorbeisehen können. Der Bildungsauftrag und die pädagogische Verantwortung gegenüber der heranwachsenden Generation erfordern es, dass sich alle Bildungseinrichtungen der brisanten Thematik annehmen. Dies gilt im Besonderen für Schulen, weil Kinder und Jugendliche ein deutlich höheres Strahlenrisiko eingehen. Diskutiert werden als biologische Effekte unter anderem Veränderungen von Membran- Rezeptor- und Chromosomeneigenschaften, von Gehirntätigkeit, Reaktionszeiten, Schlafzeiten sowie Einfluss auf Krebsentstehung. Immer mehr Studien belegen die gepulste Hochfrequenz als mögliche Ursache von Erkrankungen, und eine zunehmende Anzahl von tatsächlichen Erkrankungen bestätigt dies.

Wenn Sie, sehr geehrter Herr Frenz, als verantwortungsbewusster politischer Entscheidungsträger und insbesondere noch dazu in Ihrer Funktion als Schuldezernent dieses Bündel an Informationen sorgfältig zur Kenntnis nehmen, können Sie nur zu dem Entschluss kommen, Ihre bisherige Intention der evtl. Ausweitung des Pilotobjektes auf andere Schulen aufzugeben.

Auch wäre angesichts der erforderlichen Risikominimierung eine diesbezügliche Information unter Einbeziehung einer Korrektur der jetzigen Situation für die Kinzig-Schule Schlüchtern geboten.

Ihrer Stellungnahme sehen wir mit großem Interesse entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Für den Vorstand
gez. Prof. inv. Dr. med. H.-J. Wilhelm
Dr. E. W. Braun

Öffentlichkeitsarbeit Alfred Tittmann - Kettelerstr. 3 - 63486 Bruchköbel

--------

WLAN in Schulen
http://omega.twoday.net/stories/1053669/

WLAN via Laptops
http://omega.twoday.net/stories/1041099/

Elektrosmog im Klassenzimmer
http://omega.twoday.net/stories/1870495/

Gewerkschaft warnt vor W-LAN im Klassenzimmer
http://omega.twoday.net/stories/2877989/
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